Politik : US-Ermittler halten den Serienkiller für überführt

„Erdrückende Beweise“ gegen 41-jährigen Golfkriegsveteranen / Schulen lassen Kinder wieder draußen spielen

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Washington (dpa). Die Angst vor dem Heckenschützen ist vorbei: Die Polizei in Washington ist sich völlig sicher, dass ihr mit John Allen Muhammad und John Lee Malvo die gefürchteten Serientäter ins Netz gegangen sind, und sich die Bürger wieder frei bewegen können. Ermittlungsbeamte sprachen am Freitag von „erdrückenden Beweisen“ gegen den 41jährigen Golfkriegsveteranen und dessen 17-jährigen Begleiter, denen nun Anklagen wegen mehrfachen Mordes und die Todesstrafe drohen.

Als Hauptbeweisstück gilt ein im Wagen der beiden gefundenes Gewehr, bei dem es sich nach den Ergebnissen ballistischer Untersuchungen um die „Sniper“-Tatwaffe handelt. Über die Motive herrschte unterdessen weiter völliges Rätselraten. Obwohl der zum Islam konvertierte Muhammad Sympathien für die Flugzeugentführer vom 11. September äußerte, hat die Polizei nach eigenen Angaben keinerlei Hinweise auf eine Verbindung zu einer Terrororganisation. Die dem Duo zugeschriebenen Anschläge mit insgesamt zehn Toten und drei Schwerverletzten haben sich in den Staaten Maryland und Virginia sowie in der Bundeshauptstadt Washington ereignet. Malvo wird außerdem ein Raubmord in Alabama angelastet. Vor allem Virginia ist an einer Durchführung der Prozesse interessiert, weil dort die Hürden für die Verhängung der Todesstrafe besonders niedrig sind, und auch Minderjährige exekutiert werden können.

Die Bevölkerung im Großraum Washington feierte ihre wiedergewonnene Freiheit. „Sniper caught“ („Heckenschütze gefasst“), hieß es in Riesenlettern auf Plakaten. Zeitungen titelten mit Riesenschlagzeilen wie „Gott sei Dank, es ist vorbei“. Nach über drei Wochen der Angst und des Terrors füllten sich leer gewordene Restaurants, Cafés und Einkaufszentren. Schulkinder durften endlich im Freien toben, nachdem der Unterricht wegen der drohenden Gefahr hinter abgeschlossenen Türen stattgefunden hatte.

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