US-Senator gelandet : Obamania in Berlin

Barack Obama ist zu seinem ersten Deutschland-Besuch in Berlin eingetroffen. Mit Spannung wird seine Rede am Abend an der Berliner Siegessäule erwartet. Das Treffen mit Kanzlerin Merkel hat er schon hinter sich - das mit Außenminister Steinmeier noch vor sich.

Obama
US-Senator Barack Obama auf dem Flug nach Berlin. -Foto: AFP

BerlinUS-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama ist am Donnerstag in Berlin eingetroffen. Seine Maschine landete im militärischen Bereich des Flughafens Tegel. Von dort aus fuhr Obama ins Kanzleramt, wo der Senator der US-Demokraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf. Nach einem kurzen Händeschütteln für die Fotografen zogen sich die beiden zu einem rund 45-minütigen Gespräch zurück. Über dessen Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Am Nachmittag ist ein Gespräch Obamas mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) geplant. Mit der einzigen öffentlichen Rede seiner Europareise will Obama dann um 19 Uhr an der Berliner Siegessäule seine Vorstellungen über die künftige transatlantische Zusammenarbeit darlegen.

Der frühere US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, spricht angesichts des Medienrummels von einem "Obama-Rausch". Obama repräsentiere eine neue Form der Offenheit, sagte Kornblum im ARD-Morgenmagazin. Zugleich warnte er jedoch: "Freundlichkeit ist nicht alles. Es gibt auch sehr viele schwierige Probleme auf der Welt." Mit seinem Besuch in Deutschland als erstem Ziel in Europa setzt Obama am Donnerstag seine Auslandsreise fort.

Wowereit trifft Obama

Obamas öffentlicher Auftritt sei "nicht die Rede eines künftigen US-Präsidenten", sondern eine Wahlkampfrede, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Eckart von Klaeden (CDU), im rbb-Inforadio. Die erhöhte mediale Aufmerksamkeit für den Präsidentschaftsbewerber hänge mit dem System der Präsidialdemokratie in den USA zusammen. Dort sei eine stärkere Personalisierung im Wahlkampf natürlich. Die Erwartung, dass es mit einem Präsidenten Obama einen Politikwechsel geben würde, teile er nicht. "Man wird bei einem Präsidenten McCain oder Obama feststellen, dass sich in den transatlantischen Beziehungen nicht so viel ändern wird, wie es viele jetzt erwarten", sagte von Klaeden.

Obama, der im Hotel "Adlon" wohnen wird, will sich dort auch kurz mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) treffen. Zu seinem Schutz werden rund 700 Polizisten eingesetzt. Am Freitag reist Obama weiter nach Paris. (küs/sf/AFP)

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