• US-Verwandte dürfen den Flüchtlingsjungen nicht besuchen - Klassenkameraden aus Kuba in Washington eingetroffen

Politik : US-Verwandte dürfen den Flüchtlingsjungen nicht besuchen - Klassenkameraden aus Kuba in Washington eingetroffen

Die US-Angehörigen des kubanischen Flüchtlingsjungen Elian Gonzalez dürfen ihren früheren Schützling nicht sehen. Eine knappe Woche nach der gewaltsamen Verlegung des Sechsjährigen zu seinem Vater lehnte ein Bundesgericht in Atlanta (Bundesstaat Georgia) am Donnerstag einen Antrag der Verwandten auf Besuchsrecht ab.

Stattdessen akzeptierten die Richter das Angebot der amerikanischen Regierung, regelmäßige Berichte eines Psychiaters und Sozialarbeiters über das Kind zu liefern. Ein von der Regierung ernannter Kinderpsychologe hatte in einem schriftlichen Gutachten davor gewarnt, die Verwandten "in ihrem derzeitigen verärgerten Zustand" zu Elian zu lassen. Der Junge brauche nach dem Stress der vergangenen Wochen Ruhe.

Elian hält sich mit seinem Vater auf einem abgeschiedenen Anwesen an der amerikanischen Ostküste auf, wo der jordanische König Hussein vor zwei Jahren während der Nahost-Friedensgespräche gewohnt hatte. Das Gericht in Atlanta bekräftigte, dass der Junge an keinen Ort verlegt werden darf, der diplomatische Immunität besitzt und daher amerikanischen Behörden einen Zugriff verbieten würde. Damit wird sichergestellt, dass er bis zur endgültigen richterlichen Entscheidung über seine Zukunft die USA nicht verlässt. Vier Klassenkameraden von Elian halten sich zusammen mit ihren Eltern und einer Kinderärztin in den USA auf, um Elian bei seiner "psychologischen Erholung" zu helfen. Die zwei Jungen und zwei Mädchen trugen bei der Ankunft in Washington die typischen rot-weißen Schuluniformen und blauen Halstücher, die sie als Mitglieder der Jungpionier-Organisation "Jose Marti" kennzeichneten. Staatschef Fidel Castro verabschiedete sie in Havanna persönlich.

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