US-Vorwahl : Clinton offen für Vizepräsidentschaft

Vizepräsidentin sein: ja, Niederlage eingestehen: nein. Hillary Clinton scheint sich allmählich damit abzufinden, nicht für die Demokraten ins Rennen um die US-Präsidentschaft geschickt zu werden. Dennoch kämpft sie bis zum Schluss.

Obama
Vizepräsidentin sein: ja, Niederlage eingestehen: nein. Hillary Clinton scheint sich langsam mit ihrem Aus abzufinden. -Foto: dpa

WashingtonDas turbulente Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten dürfte wohl bald vorbei sein: Hillary Clinton ist einem US-Fernsehbericht zufolge für eine Kandidatur als US-Vizepräsidentin an der Seite von Barack Obama offen. Das habe die frühere First Lady im Gespräch mit Abgeordneten in New York erklärt, meldete der Fernsehsender NBC am Dienstag. Es wird demnach erwartet, dass Obama in Kürze die notwendige Delegiertenzahl erreicht, um sich die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten zu sichern.

Wie US-Medien berichten, will Obama vermutlich bereits kurz nach Abschluss der letzten Vorwahlen in den Bundesstaaten South Dakota und Montana am Dienstag den Sieg über seine Rivalin Hillary Clinton verkünden. Die letzten Wahllokale schließen am Mittwochmorgen um 4:00 Uhr MESZ. Bei beiden Abstimmungen gilt Obama als Favorit.

Clinton bei Delegiertenstimmen chancenlos zurück

Das Wahlkampflager der Senatorin hatte zuvor Berichte, nach denen Clinton in der Nacht zum Mittwoch den Sieg Obamas anerkennen wolle, noch als "absolut falsch" bezeichnet. Doch es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Clinton, die zum Beginn des Vorwahl-Marathons Anfang Januar als klare Favoritin galt, bei den Delegiertenstimmen praktisch chancenlos zurückliegt: Am Dienstagmorgen war Obama weniger als 40 Delegiertenstimmen von der notwendigen Mehrheit von 2118 Stimmen entfernt.

Bei den Abstimmungen in Montana und South Dakota sind noch 31 Delegiertenstimmen zu vergeben. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass sich nach Schließung der letzten Wahllokale auch zahlreiche der bislang unentschiedenen Superdeligierten für Obama aussprechen und ihm damit über die nötige Delegiertenschwelle verhelfen. Bei Superdelegierten handelt es sich um Amts- und Mandatsträger der Partei, die in ihrem Stimmverhalten ungebunden sind.

Skepsis im Obama-Lager

Obamas Anhänger stehen einer Vizepräsidentschaft Clintons jedoch skeptisch gegenüber. Sie befürchten vor allem einen zu großen Einfluss ihres Mannes Bill. Sowohl der schwarze Senator wie auch die frühere First Lady hatten auf die Frage, ob einer dem anderen als Vizepräsident zur Verfügung stehen würde, bisher stets erklärt, für eine solche Entscheidung sei es noch zu früh.

Dem Vernehmen nach gab es dennoch bereits erste direkte Kontakte zwischen Obama und Clinton. "Wenn sich der Staub gelegt hat, möchte ich mich mit ihr zu treffen, sie kann Zeit und Ort des Treffens bestimmen", kündigte Obama an. US-Medien werten dies als Hinweis, dass eine Vizepräsidentschaft Clintons weiterhin erwogen wird. (jam/dpa/AFP) 

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