US-Vorwahlen : Obama: Ich habe Texas gewonnen

Wer hat die Vorwahl in Texas für sich entschieden? Hillary Clinton reklamiert den Erfolg für sich und verweist darauf, 51 Prozent der Wählerstimmen erhalten zu haben. Das Obama-Lager sieht das anders - schließlich liege man in Texas bei den Delegierten vorne. Eine Umfrage ergab unterdessen, dass beide den Republikaner John McCain schlagen würden - bei Clinton ist der Vorsprung aber sehr knapp.

Obama
Barack Obama sieht sich als Sieger der Vorwahl in Texas. -Foto: AFP

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat das Lager von Barack Obama den Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat Texas für sich beansprucht. Nach Angaben seines Wahlkampfteams gewann Obama in Texas die meisten Delegiertenstimmen, auch wenn seine Rivalin Hillary Clinton mit 51 Prozent die meisten Wählerstimmen einfahren konnte. Möglich sind die unterschiedlichen Auswertungsmodi wegen des komplexen Vorwahlsystems. Obama gewann in Texas fünf Delegiertenstimme mehr als Clinton, wie sein örtlicher Wahlkampfmanager Adrian Saenz behauptete.

Das Vorwahlsystem der texanischen Demokraten verbindet Komponenten einer klassischen Vorwahl (Primary) mit Wahlversammlungen (Caucuses). Etwa zwei Drittel der 193 Delegiertenstimmen des Staates für den Nominierungsparteitag im Sommer wurden tagsüber in den Primaries per einfacher Stimmabgabe in Wahllokalen bestimmt. Das restliche Drittel wurde in Caucuses ermittelt, zu denen sich Parteianhänger nach Schließung der Wahllokale an mehr als 8000 Orten in Texas persönlich einfanden.

Obama auch insgesamt vor Clinton

Laut Saenz holte Clinton bei den klassischen Vorwahlen zwei Delegiertenstimmen mehr als Obama. Dieser habe sich jedoch mit sieben Stimmen Vorsprung in den Wahlversammlungen durchsetzen können. Damit liege Obama insgesamt fünf Stimmen vorne, so Saenz. "Mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Vorwahl und einem überwältigenden Sieg in den Wahlversammlungen haben die Leute in Texas Barack Obama einen Schritt näher an die Präsidentschaft herangeführt."

Bei der Gesamtzahl der Delegierten führt Obama weiter klar. Laut der Internetseite RealClearPolitics liegt er mit 1573 Delegiertenstimmen weiter vor Clinton, die demnach auf 1464 Delegierte kommt. Im Fernsehsender CBS sprach der Senator aus Illinois von einem "fast unüberwindbaren Vorsprung". Für die Ernennung zum Kandidaten der Demokraten sind 2025 Delegiertenstimmen notwendig, die aber keiner der Bewerber direkt erreichen dürfte - daher werben beide Seiten um die Zustimmung hochrangiger Parteifunktionäre, der sogenannten Super-Delegierten.

Clinton und Obama würden McCain schlagen

Einer landesweiten Umfrage der "Washington Post" und des Fernsehsenders ABC zufolge schneidet Obama im direkten Duell gegen McCain besser ab als Clinton. Der schwarze Senator aus Illinois würde McCain demnach mit 52 zu 40 Prozent deutlich schlagen. Clinton liegt laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung sechs Prozentpunkte vor McCain (50 zu 44 Prozent). Die Umfrage wurde allerdings vor Clintons Erfolg am Dienstag veranstaltet.

McCain hat nach den den jüngsten Vorwahl-Siegen bereits die absolute Mehrheit für den Nominierungsparteitag sicher. Am Mittwoch stellte sich auch Präsident Bush hinter die Kandidatur des 71-jährigen Senators. "Er wird gewinnen", sagte Bush, als er McCain wie hohe Staatsbesucher am Nordeingang des Weißen Hauses empfing. Bush überließ McCain die Entscheidung, inwieweit er in den Wahlkampf eingreifen solle: Wenn McCain wolle, dass er zu Wahlveranstaltungen komme, werde er das tun. Falls McCain bevorzuge, dass er weg bleibe, werde er auch das tun. McCain zeigte sich erfreut über die Unterstützung. (jvo/dpa)

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