Politik : US-Wahlkampf: Bush um Schadensbegrenzung bemüht

Der republikanische Präsidentschaftskandidat George W. Bush hat sich nach der Enthüllung einer Trunkenheitsfahrt vor 24 Jahren bei seinen Wahlkampfauftritten wenige Tage vor der Wahl in den USA um Schadensbegrenzung bemüht. Er räumte sein Fehlverhalten ein und entschuldigte sich. Sein Kontrahent von der Demokratischen Partei, Vizepräsident Al Gore, kämpfte unterdessen in seinem Heimatstaat Tennessee am Samstag noch um die Stimmen der Wähler.

Ob die bisher von Bush verschwiegene Trunkenheitsfahrt Auswirkungen auf das Wahlverhalten der Amerikaner haben wird, war am Samstag noch nicht klar. Die Umfragen, in denen der Gouverneur von Texas immer noch drei bis fünf Prozentpunkte vor Gore liegt, wurden noch vor der Enthüllung des Fernsehsenders Fox News über die vorübergehende Festnahme von Bush wegen Trunkenheit am Steuer im US-Bundesstaat Maine von 1976 am Donnerstag gemacht. Bush verwies darauf, dass er schon immer davon gesprochen habe, früher zu viel Alkohol getrunken zu haben. Er sei aber auch stolz darauf sagen zu können, dass er aus seinen Fehlern gelernt habe. Seit 14 Jahren habe er keinen Alkohol mehr angerührt.

Vizepräsident Gore ignorierte demonstrativ die Diskussion um die Trunkenheitsfahrt von Bush. "Ich äußere mich nicht dazu", sagte Gore. Er wolle sich auf die Sachthemen konzentrieren. Gores Wahlkampflager wies Vorwürfe zurück, es habe etwas mit der Enthüllung zu tun. Bei dem Vorfall 1976 im US-Staat Maine war Bush mit 1,0 Promille - dem damals gültigen Grenzwert - am Steuer angehalten worden. Bush musste nach Angaben seiner Sprecherin 150 Dollar (340 Mark) Strafe zahlen und verlor vorübergehend seinen Führerschein.

Bei Wahlkampfveranstaltungen in den Städten Knoxville und Memphis im Bundesstaat Tennessee warb Gore um die Gunst der Wähler. Bush liegt nach Meinungsumfragen derzeit auch im Heimatstaat des Vizepräsidenten leicht vorn. Gore erinnerte daran, dass er den Bundesstaat 16 Jahre im Washingtoner Kongress vertreten habe. "Ihr kennt mich. Ihr werdet mich nicht im Stich lassen", rief er vor mehreren tausend Anhängern aus.

Der scheidende US-Präsident Bill Clinton griff unterdessen die Republikaner an. In einer öffentlichen Ansprache warf er diesen indirekt vor, mit ihrer Mehrheit im Kongress wichtige Entscheidungen für Durchschnittsverdiener über soziale Sicherheit, Gesundheitsversorgung und Schulwesen blockiert zu haben.

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