US-Wahlkampf : Hillary Clinton würde Iran "auslöschen"

Die wichtige Vorwahl der US-Demokraten hat begonnen. Mit markigen Worten versucht Hillary Clinton noch in letzter Sekunde Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Dabei geht es um die künftige Nahost-Politik der USA - und eine ganz bestimmte Wählergruppe.

WashingtonDeutliche Worte: US-Senatorin Hillary Clinton droht Iran mit militärischer "Auslöschung". Das gilt allerdings nur, wenn das Land während ihrer möglichen Präsidentschaft einen Atomangriff auf Israel startet. Auf die Frage nach ihrer Reaktion in diesem Fall sagte Clinton im TV-Sender ABC: "Wenn ich dann Präsidentin bin, werden wir Iran angreifen, das müssen die Iraner wissen." Sie fügte hinzu: "Wir wären in der Lage, sie (die Iraner) komplett auszulöschen."

Dies auszusprechen sei zwar "eine schreckliche Sache", sagte die ehemalige First Lady. Aber die Führung in Teheran müsse die Haltung der USA begreifen, um sie von "waghalsigen, dummen und tragischen" Taten abzuhalten, sagte Clinton am Morgen der wichtigen Vorwahl im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort stimmen die Parteianhänger der Demokraten an diesem Dienstag über ihren Präsidentschaftskandidaten ab.

Für Obama ist das "Säbelrasseln"

Sowohl Clinton als auch ihr demokratischer Konkurrent Barack Obama betonen in den vergangenen Tagen immer wieder, Israel gegen einen möglichen iranischen Angriff verteidigen zu wollen. Die Vorwahl in Pennsylvania spielt dabei offensichtlich eine nicht unwesentliche Rolle: Unter den zwölf Millionen Einwohnern des Bundesstaates befinden sich nach Angaben des "American Jewish Yearbook" rund 300.000 jüdische US-Bürger.

Obama bezeichnete Clintons massive Worte nach einem Bericht des US-Senders MSNBC als "Säbelrasseln". Im Gegensatz zu Clinton will Obama auch direkte Gespräche mit der Regierung in Teheran suchen. Der Westen beschuldigt Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Teheran bestreitet dies.

Schon vor der aktuellen Drohung gegen Iran hatte Clinton im Endspurt des Vorwahlkampfs vor allem Themen der nationalen Sicherheit angesprochen. In einem aktuellen Fernsehwerbespot sind unter anderem Bilder von Terroristenführer Osama bin Laden und vom Angriff der japanischen Luftwaffe auf Pearl Harbor zu sehen. (sf/dpa/AFP)

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