US-Wahlkampf : Obama zur besten Sendezeit

Im Endspurt des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA hat der demokratische Kandidat Barack Obama einen Coup gelandet: Unmittelbar vor einem spannenden Baseball-Spiel soll am Mittwochabend Ortszeit auf drei der größten Fernsehsender des Landes zeitgleich eine halbstündige Wahlkampfsendung ausgestrahlt werden.

Obama
Strahlemann Obama will zur besten Sendezeit punkten. -Foto: AFP

WashingtonIn der halbstündigen Wahlsendung solle "den Amerikanern die Möglichkeit gegeben werden, sich die Einzelheiten des Wahlprogramms anzuhören", teilten Obamas Mitarbeiter vor der Ausstrahlung mit. Den Angaben zufolge sollen mehrere Prominente auftreten, darunter auch Parteimitglieder der Republikaner. Regisseur ist der US-Filmemacher Davis Guggenheim, der 2007 mit dem früheren demokratischen Präsidentschaftskandidaten Al Gore den Oscar für den Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" erhalten hatte.

Kosten für den Spot: rund fünf Millionen Dollar

Branchenkenner schätzten die Kosten für die Obama-Show im Fernsehen auf rund fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro). Zuletzt hatte der Milliardär Ross Perot, der bei der Präsidentschaftswahl 1992 als unabhängiger Kandidat antrat, einen ähnlichen langen Spot geschaltet. Insgesamt hat Obama dank seines hohen Spendenaufkommens nach Schätzung von Experten bislang rund 250 Millionen Dollar für Wahlwerbung ausgegeben.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain warf bei einem Wahlkampfauftritt in Miami (Florida) Obama erneut vor, für ein "Programm der Umverteilung von Reichtum" einzutreten. "Senator Obama ist Kandidat, um Reichtum umzuverteilen. Ich bin Kandidat, um mehr Reichtum zu schaffen", sagte McCain. Obama konterte bei einem Auftritt in Raleigh in North Carolina: "Bis zum Wochenende wird Mister McCain mir vorwerfen, ein kommunistischer Agent zu sein, nur weil ich im Kindergarten mein Spielzeug mit anderen geteilt habe." Während sein Rivale besorgt sei, die Wahl zu verlieren, mache er sich Sorgen um die Amerikaner, die ihr Haus, ihre Arbeit und ihr Erspartes verloren hätten.

Florida ist heiß umkämpft

Obama wollte anschließend auch nach Florida reisen, um dort seinen ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit dem früheren Präsidenten Bill Clinton zu absolvieren. Die beiden Politiker wollten in der Stadt Orlando auftreten, die auf der Grenze zwischen dem konservativen Norden und dem liberalen Süden Floridas liegt. Clinton war der einzige demokratische Präsidentschaftskandidat, der in den vergangenen 30 Jahren die Wahlmänner in Florida für sich gewinnen konnte. Der sogenannte "Swing State" hat 27 der insgesamt 538 Wahlmänner-Stimmen zu vergeben und gilt als besonders wichtig.

Einer am späten Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage der "Los Angeles Times" zufolge führt Obama in Florida mit sieben Prozentpunkten vor McCain. Eine Erhebung der Universität Quinnipiac, die am Mittwoch vorgestellt wurde, sah dagegen Obama im "Sunshine State" nur zwei Prozentpunkte vorn. In zwei anderen umkämpften Staaten, Pennsylvania und Ohio, hat der Demokrat dagegen einen deutlichen Vorsprung. (sba/AFP)

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