USA : Guantanamo leert sich langsam

Noch 233 Gefangene leben in Guantanamo, nun hat die US-Regierung grünes Licht für die Freilassung von 75 von ihnen gegeben. In welche Länder sie abreisen werden, steht aber noch nicht für alle fest.

Barbara Junge

BerlinEine Liste mit den Nationalitäten hängt schon aus, wie Gefängnissprecher Brook De Walt bekannt gab. Im berüchtigten US-Gefangenenlager auf Guantanamo können sich deshalb jetzt 75 Häftlinge freuen, dem Lager wohl bald den Rücken kehren zu können. Die US-Regierung hat grünes Licht für ihre Freilassung gegeben. Wohin die Reise geht, steht aber noch nicht in allen Fällen fest.

Derzeit befinden sich noch 223 Gefangene im Lager Guantanamo. US-Präsident Barack Obama hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen im Januar die Schließung des Lagers innerhalb eines Jahres angeordnet. Guantanamo steht international als Symbol eines willkürlichen, alle rechtsstaatlichen Prinzipien missachtenden Umgangs mit Gefangenen im Kampf gegen den Terror in der Kritik. Die Schließung indes gestaltet sich mühsamer als von Obama gehofft. Seit Januar müht sich die US-Administration, Aufnahmeländer für jene Gefangenen zu finden, die als weniger gefährlich oder als unschuldig betrachtet werden. Eine Arbeitsgruppe überprüft derzeit die Fälle aller verbliebenen Häftlinge, um zu entscheiden, wer vor Gericht gestellt und wer nach Hause oder in andere Länder geschickt werden soll. Am Wochenende waren zwei Häftlinge nach Irland, einer in den Jemen überstellt worden. Kürzlich hatte sich der Pazifik-Inselstaat Palau bereit erklärt, zwölf der 13 noch verbleibenden Uiguren aufzunehmen, vier Uiguren wurden nach Bermuda gebracht. Auch mit Deutschland wird über eine Aufnahme verhandelt.

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