• USA: Obama und McCain treffen sich in Chicago Für eine „gemeinsame Ära der Reformen“

USA : Obama und McCain treffen sich in Chicago Für eine „gemeinsame Ära der Reformen“

Wirtschaftskrise, Energiepolitik, Amerikas Sicherheit - Diese Themen wollen Barack Obama und John McCain gemeinsam anpacken und haben zu einer "Ära der Reformen" aufgerufen. In den Medien wird spekuliert, ob Obama seinem unterlegenen Gegner McCain sogar einen Posten anbieten wird.

Christoph von Marschall

Washington - Zwei Wochen nach der Präsidentenwahl haben der Sieger Barack Obama und der unterlegene Republikaner John McCain am Montag in Chicago gemeinsam zu einer „Ära der Reformen“ aufgerufen. Sie wollten zusammenarbeiten, um die Wirtschaftskrise zu lösen, eine neue Energiepolitik durchzusetzen und Amerikas Sicherheit zu gewährleisten, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach ihrem einstündigen Gespräch. Medienspekulationen über eine weiter reichende Rolle McCains für die Regierung Obama hatten dessen Berater vor der Begegnung gedämpft: Es gehe „nicht um das Angebot eines Postens“.

Der Republikaner bekräftigte sein Angebot einer uneingeschränkten Unterstützung aus der Wahlnacht. Als seine Niederlage feststand, hatte McCain dazu aufgerufen, dem künftigen Präsidenten zu helfen. Obama hat seinen Wunsch nach überparteilichen Lösungen für die gravierenden Probleme der USA, voran die Finanzkrise und die beiden Kriege im Irak und in Afghanistan, ebenfalls betont. Er deutete an, er wolle Republikaner in die Regierung berufen. Deshalb löste die Nachricht vom Treffen mit McCain ähnliche Personalspekulationen aus wie das Gespräch Obamas mit Hillary Clinton am vergangenen Donnerstag. Sie hatte sich einen erbitterten Kampf mit Obama um die Präsidentschaftskandidatur geliefert. Jetzt halten US-Medien ihre Ernennung zur Außenministerin für möglich. Es wäre ein Beitrag, um die Risse zwischen ihrem und seinem Parteiflügel zu kitten. Würde McCain eine Aufgabe oder Beraterfunktion in der Regierung Obama übernehmen, wäre das der ultimative Beleg für den überparteilichen Ansatz.

Im Wahlkampf hatten McCain und Obama um Details der Politik in Irak und Afghanistan sowie eine allgemeine Krankenversicherung gestritten. Zugleich zeigten sie Konsens bei einem stärkeren Klimaschutz oder der Schließung des Lagers Guantanamo für Terrorverdächtige.

McCain wurde in Chicago von dem republikanischen Senator Lindsey Graham begleitet, einem engen Freund. An Obamas Seite nahm sein künftiger Stabschef im Weißen Haus, Rahm Emanuel, teil. Das gilt als Hinweis, dass es auch um Sondierungen ging, wie der Kongress Obamas drängendste Aufgabe unterstützen kann, die Überlebenshilfe für US-Autobauer. Christoph von Marschall

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