Update

USA : Proteste gegen Polizei nach tödlichen Schüssen auf unbewaffneten Schwarzen

Erneut ist in den USA ein Afroamerikaner von der Polizei erschossen worden. Das Opfer soll psychisch krank gewesen sein. Anschließend kam es zu Protesten.

Vor dem Polizeirevier von El Cajon protestierten die ersten Menschen gegen die tödlichen Schüsse der Polizei. Foto: REUTERS/Earnie Grafton
Vor dem Polizeirevier von El Cajon protestierten die ersten Menschen gegen die tödlichen Schüsse der Polizei.Foto: REUTERS/Earnie Grafton

Im südkalifornischen El Cajon hat eine Polizeistreife erneut einen unbewaffneten Schwarzen erschossen. Nach Angaben aus der Familie soll das Opfer psychisch krank gewesen sein. Mehr als hundert Menschen demonstrierten daraufhin am Mittwoch gegen die tödlichen Polizeischüsse. Immer wieder erklangen Sprechchöre wie "Hände hoch, nicht schießen" oder "Das Leben von Schwarzen zählt". Die Demonstranten warfen den beteiligten Polizisten vor, ungerechtfertigt und aus rassistischen Gründen geschossen zu haben.

Zwei Beamte hatten den Mann nach Polizeiangaben in der Nacht zum Mittwoch hinter einem Restaurant in der rund 25 Kilometer östlich von San Diego gelegenen Stadt gestellt. Die Schwester des 30-Jährigen hatte die Polizei informiert, nachdem ihr Bruder ziellos umhergerannt sei. Nach Darstellung der Polizei hatte der Mann auf Aufforderung nicht sofort die Hand aus der Hosentasche genommen. Stattdessen habe er mit einem aus der Tasche gezogenen Gegenstand in Richtung der Polizisten gedeutet. Die Polizei untersuche den Vorgang weiter.

In einem Video, das die Schwester auf YouTube stellte, beschwerte sich die Frau über das Verhalten der Polizei. „Ich habe Euch gerufen, weil ich Hilfe brauchte. Und ihr habt ihn einfach getötet.“ Angaben eines Verwandten zufolge handelt es sich bei dem 30-Jährigen um einen Flüchtling aus Uganda.

Nach Informationen der Washington Post, ist der 30-Jährige aus Kalifornien mindestens die 716. Person, die im laufenden Jahr von US-Polizisten getötet wurde. In den vergangenen Monaten hatte es in den USA immer wieder Demonstrationen wegen überzogener Polizeigewalt gegen Schwarze gegeben, zuletzt nach tödlichen Schüssen auf einen Mann in Charlotte. (dpa, AFP)

2 Kommentare

Neuester Kommentar