Politik : USA zweifeln an einer Festnahme Osama bin Ladens

Die USA haben Zweifel daran geäußert, ob sie eines der erklärten Ziele ihres Feldzuges gegen Afghanistan erreichen und den Islamisten Osama bin Laden fassen werden. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte über die Chancen, bin Laden zu ergreifen: "Es gibt viele Länder. Er hat viel Geld, er hat viele Unterstützer. Ich weiß einfach nicht, ob wir Erfolg haben werden." Augenzeugenberichten zufolge greifen US-Kampfflugzeuge bereits seit Tagen mutmaßliche Verstecke bin Ladens in Ostafghanistan an.

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Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Rumsfeld sagte, auch wenn bin Laden gefasst werde, werde seine Organisation Al Qaida weiter bestehen. Die Gruppe verfügt nach einer Experten-Schätzung über ein Vermögen von rund fünf Milliarden Dollar und kann sich auf ein Jahresbudget von 20 bis 50 Millionen Dollar stützen.

Das US-Verteidigungsministerium zeigte sich nach den mehr als zweiwöchigen Luftangriffen verblüfft über die "Hartnäckigkeit" der Taliban. "Ich bin ein wenig überrascht, wie hartnäckig sie sich an der Macht halten", sagte Konteradmiral John Stufflebeem am Mittwoch. "Sie haben sich als zähe Krieger erwiesen." Noch vor einer Woche hatte das Pentagon erklärt, die Taliban seien durch die andauernden Bombenangriffe lahm gelegt worden.

Unterdessen deuten sich im gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus erste Meinungsverschiedenheiten zwischen der Europäischen Union und den USA an. So käme eine Auslieferung in Europa gefasster Terroristen an die USA wegen der dortigen Todesstrafe nicht in Frage, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag. "Es wird keine Auslieferung geben, wenn dies zur Anwendung der Todesstrafe führen würde", betonte Kommissionssprecher Gunnar Wiegand in Brüssel. Dies sei eine Frage europäischer Prinzipien. Der Kommissionssprecher formulierte damit eine Haltung der 15 EU-Mitgliedsstaaten, die allein für Fragen der Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an Drittstaaten zuständig sind. "Bisher gibt es kein EU-Recht zur Auslieferung", sagte Wiegands Kollege Leonello Gabrici. Diese Fragen seien bilateral geregelt.

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