Vereinte Nationen : Libyen in UN-Sicherheitsrat gewählt

Libyen, vor kurzem noch Schurkenstaat, ist mit großer Mehrheit in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden. Auch Vietnam wird 2008 in dem höchsten UN-Gremium vertreten sein.

New YorkDas wegen Unterstützung des internationalen Terrorismus jahrzehntelang isolierte Libyen rückt für die kommenden zwei Jahre in den Weltsicherheitsrat ein. Auch Kroatien, Vietnam, Costa Rica und die westafrikanische Republik Burkina Faso wurden in geheimer Wahl von der UN-Vollversammlung in das höchste Gremium der Vereinten Nationen gewählt.

Libyen war 1976/1977 schon einmal für zwei Jahre im Sicherheitsrat. Seit 1992 war das Land jedoch wegen des Lockerbie- Anschlags mit UN-Sanktionen belegt und verzichtete zwei Mal zu Gunsten eines anderen afrikanischen Staates auf die turnusmäßige Wiederwahl.

Nachdem Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi sich seit 2003 jedoch um eine bessere internationale Reputation bemüht, hatte das Land diesmal die Rückendeckung der Afrikanischen Union (AU). Zudem gab es mit Burkina Faso nur einen Mitbewerber um die beiden Afrika zustehenden Plätze.

Nur zwölf Gegenstimmen

In der UN-Vollversammlung stimmten in geheimer Abstimmung 178 der 190 vertretenen Mitgliedsländer für Libyen, Vietnam erhielt 183, Burkina Faso 185 Stimmen. Kroatien (184) und Costa Rica (179) setzten sich erst durch, nachdem die Tschechische Republik und die Dominikanische Republik ihre Bewerbungen zurückgezogen hatten.

Kroatien und Vietnam sind damit erstmals in der UN-Geschichte in der 15-köpfigen Entscheidungsrunde vertreten. Für die fünf neuen Mitglieder scheiden zum 1. Januar 2008 Kongo, Ghana, Peru, Katar und die Slowakische Republik turnusmäßig aus.

Jedes Jahr werden fünf der insgesamt zehn nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat für zwei Jahre neu vergeben. Die fünf Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sind dauerhaft in dem 15-köpfigen Gremium vertreten. Deutschland hatte zuletzt 2003/2004 einen nichtständigen Sitz und hofft bei einer Reform des Sicherheitsrats auf eine feste Repräsentanz. (mit dpa)

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