Politik : Verkauf der Weberbank ist gefährdet

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Berlin Der von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sicher geglaubte Verkauf der Weberbank an die WestLB ist gefährdet. Nach Tagesspiegel-Informationen blockieren die persönlich haftenden Gesellschafter der Weberbank eine Einigung mit hohen Beteiligungs- und Abfindungsforderungen. Bei den drei Managern geht es insgesamt um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Weder die Bankgesellschaft Berlin, der die Weberbank gehört, noch die WestLB kommentierten den Vorgang. Auch die Manager der Weberbank schwiegen.

Die neben diesem Millionenpoker offenen Fragen seien juristische Feinheiten, hieß es im Umfeld der Gespräche. Ob und wie es weitergeht, soll in wenigen Tagen entschieden werden. Terminliche Gründe legen nahe, dass ein Vertrag nicht vor übernächster Woche geschlossen würde.

WestLB-Chef Thomas Fischer sagte dem Tagesspiegel, er sehe keinen Zeitdruck. „Das muss ein gutes Geschäft sein. Wir sind auf gutem Weg, aber wir sind nicht durch. Einen Vertrag hat man, wenn die Unterschrift trocken ist.“

Nach Tagesspiegel-Informatioen hat auch Bankgesellschaft-Chef Hans-Jörg Vetter damit gedroht, die Verhandlungen abzubrechen, weil die WestLB kurz vor Vertragsabschluss Forderungen nachgelegt habe. Vetter hatte zuletzt erklärt, er strebe den Verkauf im ersten Halbjahr an. Damit verschob er seine urspüngliche Vorgabe um ein halbes Jahr nach hinten. Bisher wurde eine Einigung vor dem 12. Mai erwartet: An dem Tag legt die Bankgesellschaft ihre Jahresbilanz vor, eine Woche später folgt die WestLB.

Die Düsseldorfer Bank will das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie die drei Standorte in Berlin mit etwa 300 Mitarbeitern übernehmen.Tsp

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