Politik : Verletzte bei Attentat in Athen

Gerd Höhler

Athen - Ein Anschlag hat am Montag im Zentrum der griechischen Hauptstadt Athen schweren Sachschaden angerichtet. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Kurz nach sechs Uhr früh explodierte vor dem Wirtschaftsministerium eine aus mehreren Propangasbehältern gebastelte Bombe. Die Täter hatten den Sprengsatz auf einem Motorrad befestigt und neben mehreren Gasflaschen deponiert, die für Schweißarbeiten an einer Baustelle vor dem Gebäude lagen.

Die Gasflaschen gingen jedoch nicht hoch, als der Sprengsatz mit einem Zeitzünder zur Explosion gebracht wurde. Durch die Detonation gingen in der Umgebung Fensterscheiben zu Bruch, Autos und Zeitungskioske wurden schwer beschädigt. Etwa 20 Minuten zuvor hatte eine anonymer Anrufer in einer Zeitungsredaktion vor der Explosion gewarnt. Die Polizei konnte daher die Menschen, die an einer Bushaltestelle vor dem Ministerium warteten, in Sicherheit bringen.

Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit den wirtschaftspolitischen Reformen der konservativen Regierung. Diese sehen Einschnitte bei den Staatsbetrieben vor. Bereits im Juni hatte eine Gruppe, die sich „Revolutionärer Kampf“ nennt, die Verantwortung für ein Attentat auf das Arbeitsministerium übernommen. Die Täter erklärten damals in einem Bekennerschreiben, der Anschlag richte sich gegen die Arbeitsmarktreformen. Gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung protestierten am Montag Gewerkschaften mit Streiks bei den Verkehrsbetrieben. Weitere Streiks sind für Mittwoch und Donnerstag geplant.

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