Politik : Versicherer wollen schnell zahlen

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Berlin Bei der Auszahlung von Lebensversicherungen an die Angehörigen der Flutopfer wollen die meisten Versicherungsunternehmen kulant und unbürokratisch vorgehen. So zahlt der Marktführer, die Allianz Lebensversicherungs AG, die Versicherungssumme schon dann aus, wenn der Versicherte auf einer offiziellen Liste des Auswärtigen Amtes, des Bundeskriminalamtes oder der Landeskriminalämter als vermisst geführt wird, sagte eine Sprecherin der Allianz Leben dem Tagesspiegel, „wir bestehen nicht auf einer amtlichen Todeserklärung“. Wenn ein Versicherter vermisst wird, zahlen die Lebensversicherer normalerweise erst dann, wenn er nach dem Verschollenheitsgesetz offiziell für tot erklärt wird. „Das kann mehrere Jahre dauern“, sagte die Allianz-Sprecherin.

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es keine abgestimmte Branchenlösung. Es sei jedem Unternehmen überlassen, wie es vorgehen will, aber „viele Versicherer werden kulant verfahren", sagte ein Sprecher. Mehrere Gesellschaften hätten bereits angekündigt, dem Beispiel der Allianz zu folgen.

Noch haben die Lebensversicherer keinen Überblick über die Ansprüche, die auf sie zukommen werden. „Die Angehörigen hoffen noch, dass viele der Vermissten am Leben sind“, heißt es bei der Allianz. Doch dürften sich die finanziellen Konsequenzen nach Schätzungen von Insidern in Grenzen halten und über einen einstelligen Millionenbetrag nicht hinausgehen. hej

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