Politik : Vom Traumurlaub zum Albtraum - die Chronologie der Entführung

Vor 17 Tagen begann der Albtraum für die 21 Geiseln auf den Philippinen - und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Im folgenden dokumentieren wir die wichtigsten Ereignisse seit Beginn der Geiselnahme

23./24. April: Schwerbewaffnete Rebellen der moslemischen Extremistengruppe Abu Sayyaf stürmen ein Restaurant am Strand der malaysischen Ferieninsel Sipadan und bringen 21 Menschen in ihre Gewalt. Unter den Geiseln befindet sich auch die dreiköpfige deutsche Familie Wallert aus Göttingen.

26. April: Die philippinische Regierung bestätigt, dass sich die Geiseln auf der Insel Jolo im Süden der Philippinen aufhalten. Der Gouverneur der autonomen moslemischen Region Mindanao, Nur Misuari, wird als Chefvermittler eingesetzt.

28. April: Die Entführer drohen mit der Enthauptung ihrer Geiseln.

29. April: Eine philippinische Journalistin darf die Geiseln besuchen und berichtet, die Entführten seien äußerst geschwächt.

30. April: Die Botschaften Deutschlands, Finnlands und Frankreichs bereiten eine Hilfslieferung vor. Die Bundesregierung lehnt militärische Befreiungsaktionen ab.

1. Mai: Das philippinische Fernsehen zeigt ein Video, auf dem die völlig entkräfteten Geiseln zu sehen sind. Eine philippinische Ärztin bringt Medikamente und Nahrungsmittel für die 21 Entführten.

2. Mai: Die Moslem-Extremisten drohen erneut mit der Enthauptung der Geiseln. Zwischen philippinischen Soldaten und den Geiselnehmern kommt es zur Schießerei.

3. Mai: Die Kidnapper verlassen mit den Geiseln ihr Versteck im Dschungel. Zwei Geiseln sollen angeblich tot sein. Die Nachricht wird jedoch später von der Regierung in Manila dementiert.

4. Mai: Die Entführer teilen ihre Geiseln angeblich in fünf Gruppen in unterschiedlichen Verstecken auf. Die philippinische Regierung verweigert den Rückzug des Militärs aus Jolo.

5. Mai: Unterhändler Misuari verliert den Kontakt zu den Geiselnehmern. Die Entführten warten weiter auf medizinische Hilfe.

6. Mai: Die EU beschließt, ihren Repräsentanten für Außenpolitik, Javier Solana, auf die Philippinen zu schicken.

7. Mai: Auf neuen Fernsehbildern wirkt die Deutsche Renate Wallert völlig entkräftet und schwer krank. Sie liegt bewegungslos auf einer Trage und kann kaum Wasser oder Nahrung zu sich nehmen.

8. Mai: Der von den Entführern abgelehnte Unterhändler Misuari wird durch den religiösen Führer Ghazali Ibrahim abgelöst. In Briefen appellieren die Geiseln, ihre Freilassung nicht mit Gewalt zu erzwingen. Marc Wallert schreibt an die deutsche Botschaft.

9. Mai: Die Geiselnehmer durchbrechen mit allen 21 Entführten den militärischen Belagerungsring und bringen die Entführten in ein 20 Kilometer entfernt gelegenes Dorf. In Manila trifft Solana zu seiner schwierigen Mission ein.

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