Politik : Vorgezogene Visite

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Rund 8000 Polizisten werden auf den Beinen sein, wenn US-Außenministerin Condoleezza Rice am Dienstag nach Athen kommt. Der ursprünglich für Donnerstag geplante Besuch wurde kurzfristig vorgezogen. Damit wollte man offenbar angekündigten Protesten aus dem Weg gehen: Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) hatte erklärt, die „Ministerin des Krieges und des Imperialismus“ sei „unerwünscht“. Griechenlands Außenministerin Dora Bakojannis verweist dagegen gelassen auf die traditionelle Gastfreundschaft der Griechen und die „ ausgezeichneten Beziehungen “ zu den USA. Sie mache sich „überhaupt keine Sorgen“. 1999 kam es beim Besuch des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zu Straßenschlachten. 2004 sagte US-Außenminister Colin Powell eine Visite bei den Olympischen Spielen wegen geplanter Demonstrationen ab. Seit Jahrzehnten gibt es in Griechenland starke anti-amerikanische Tendenzen. Viele Griechen werfen den USA vor, sie hätten die Obristendiktatur in ihrem Land (1967 bis 1974) gestützt. Seit dem Irakkrieg hat sich das Klima weiter verschlechtert. Und nun bringt die zunehmend scharfe Rhetorik der Bush-Regierung gegenüber Teheran viele Griechen auf. öhl

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