Vorwahlen bei den US-Republikanern : Favorit: Mitt Romney siegt auch in New Hampshire

Erst der knappe Sieg in Iowa, jetzt der klare Erfolg in New Hampshire: Mitt Romney hat seine Position als Favorit bei den Vorwahlen der Republikaner gefestigt. Aber entschieden ist das Rennen noch nicht.

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Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.Weitere Bilder anzeigen
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03.05.2012 12:34Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.

Mitt Romney hat mit zwei Siegen in den ersten beiden Vorwahlen zur Kür des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Geschichte geschrieben. Eine Woche nach seinem knappen Sieg in Iowa gewann er auch in New Hampshire, diesmal mit deutlichem Abstand. Ein solcher Doppelsieg war noch keinem konservativen Neubewerber zuvor gelungen. Romney hat damit sehr früh seinen Status als mutmaßlicher Herausforderer von Präsident Barack Obama gefestigt. Zweiter wurde der Libertäre Ron Paul. Dritter der moderate Ex-Gouverneur von Utah Jon Huntsman. Die beiden Konkurrenten, die als konservative Alternartiven zu Romney um Stimmen werben, Newt Gingrich und Rick Santorum, landeten abgeschlagen auf den Plätzen vier und fünf - und Texas-Gouverneur Rick Perry, der hier kaum Wahlkampf geführt hatte, mit nur einem Prozent der Stimmen auf Platz sechs.

In seiner Siegesrede blickte Romney auf die dritte Vorwahl in zehn Tagen in South Carolina. Er bat die Wähler dort, dabei „mitzuhelfen, dass Obamas Tage im Weißen Haus gezählt sind“. Romneys Triumph war eine überzeugende Antwort auf die Versuche seiner Rivalen, seinen Siegeszug mit Angriffen auf seine Rolle als Investmentmanager zu stoppen. Als Chef von Bain Capital hatte er kriselnde Firmen aufgekauft und saniert, wobei oft Arbeitsplätze gestrichen wurden. Texas-Gouverneur Rick Perry nannte ihn einen „Geier“, der nur darauf gewartet habe, dass Firmen straucheln.

Romney hatte am Montag ungewollt eine Vorlage dafür geliefert. Auf die Frage, wie er die Krankenversicherungen regeln wolle, wenn er Obamas Gesundheitsreform als Präsident rückgängig mache, sagte er: Die Bürger sollten sich selbst aussuchen, wie sie versichert sein wollen. Das solle der Staat nicht vorschreiben. Sie müssten auch das Recht haben, Versicherungen zu kündigen und zu wechseln. „Ich mag es, wenn ich die Leute feuern kann, die mir Dienstleistungen anbieten.“

Dieses Zitat benutzen die Konkurrenten, um Romney als unsozialen und kaltherzigen Manager vorzuführen, dem es nichts ausmache, amerikanische Jobs zu vernichten. „Das ist der Unterschied zwischen ihm und mir“, attackierte selbst der moderate Jon Huntsman. „Er streicht gerne Jobs. Ich dagegen möchte Arbeitsplätze schaffen.“

Offenkundig ließ sich der Großteil der Wähler in New Hampshire davon nicht beeindrucken. Sie hoffen, dass Romney Amerika dank seiner Wirtschaftskompetenz aus der Krise führen kann, und glauben, dass er am ehesten in der Lage ist, Präsident Obama zu schlagen. New Hampshire ist ein relativ liberaler Staat. Das Wahlrecht begünstigt zudem die zur Mitte neigenden Kandidaten. Denn hier dürfen nicht nur Bürger abstimmen, die sich als Sympathisanten der Partei in die Wählerregister eingetragen haben, sondern auch die nicht parteigebundenen Bürger. Sie machten am Dienstag die gute Hälfte der etwa 250.000 Menschen aus, die ihre Stimme abgaben. Bei der nächsten Vorwahl am 21. Januar in South Carolina wird es schwerer für Romney. Im Süden sind die Republikaner konservativer.

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