Vorwahlkampf in Frankreich : UMP-Spitze düpiert Nicolas Sarkozy

Er will wieder Präsident werden, nun wurde er von seiner eigenen, zerstrittenen Partei UMP im Stich gelassen. Nicolas Sarkozy wollte die Haltung gegenüber dem rechtsextremen Front National ändern und kassierte einen Korb.

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Nicolas Sarkozy will wieder Präsident werden, nun wurde er von seiner eigenen Partei düpiert.
Nicolas Sarkozy will wieder Präsident werden, nun wurde er von seiner eigenen Partei düpiert.Foto: dpa

Er sah sich zum Retter berufen, doch seine Autorität reicht nicht weit. Mit dem Anspruch, die zerstrittene bürgerliche Rechte zu einen, war Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy im November in die Politik zurückgekehrt und hatte die Führung der konservativen UMP übernommen. Drei Monate danach muss er jetzt erkennen, dass ihm die Parteispitze in der Frage der Haltung gegenüber dem rechtsextremen Front National (FN) die Gefolgschaft verweigert. Im erweiterten Parteivorstand, der über eine Empfehlung zu einer Nachwahl im ostfranzösischen Wahlkreis Doubs beriet, fand Sarkozys Empfehlung am Dienstabend keine Mehrheit

Bei der am Sonntag anstehenden Stichwahl stehen sich eine Kandidatin des Front National und ein Bewerber der Sozialisten (PS) gegenüber. In der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte die FN-Kandidatin 32,6 Prozent der Stimmen erhalten, der Sozialist 28,85 Prozent. Der Bewerber der UMP schied mit 26,54 Prozent aus. Es war das erste Mal, dass der Front National auch die UMP überrundete, was von FN-Chefin Marine Le Pen sofort als Bestätigung zweier neuer Umfragen gewertet wurde, die ihr einen klaren Vorsprung vor allen anderen bei der nächsten Präsidentenwahl voraussagen.

Sarkozy versucht zu vermitteln

Um den Front National, der bereits mit zwei Abgeordneten im Parlament vertreten ist, an der Eroberung eines weiteren Mandats zu hindern, rief die PS die Wähler der Rechten zur Unterstützung ihres Kandidaten bei der Stichwahl auf. Einige Spitzenpolitiker der UMP wiesen dies zurück und forderten Stimmenthaltung. Dagegen sprachen sich andere wie der frühere Premierminister Alain Juppé für die Wahl des Sozialisten aus. Zwischen diesen Polen versuchte Sarkozy zu vermitteln, verließ dann aber die Sitzung vorzeitig, als er sah, dass er sich nicht durchsetzen würde.

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