Politik : Waffenschmuggel: Peru deckt Lieferungen aus Jordanien für Guerilla in Kolumbien

In Peru haben Armee und Geheimdienst einen Ring von Waffenschmugglern zerschlagen, der die kolumbianische Guerilla mit Maschinengewehren belieferte. Die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hätten seit 1998 rund 10 000 Kalaschnikow-Gewehre des Typs AK-47aus Jordanien erhalten, teilte der peruanische Präsident Alberto Fujimori am Montagabend in der Hauptstadt Lima mit. Die jordanische Regierung zeigte sich "sehr erstaunt" über die Vorwürfe. Jordanien werde Kontakt zur Regierung in Peru und zu Interpol aufnehmen, um sich über die näheren Umstände der Angelegenheit zu informieren, sagte ein Regierungsvertreter der Tageszeitung "El Dustur".

Der Waffenschmuggel sei durch die Verhaftung mehrerer Ausländer in Peru aufgedeckt worden, sagte Fujimori. Unter anderem sei auch ein General der jordanischen Armee darin verwickelt. Das Militär habe am vergangenen Donnerstag eingegriffen, als die Schmuggler eine neue Lieferung Waffen mit Fallschirmen im Norden Perus nahe der Grenze zu Kolumbien abladen wollten. Sechs Menschen seien festgenommen worden, unter ihnen ein Franzose, ein US-Bürger, ein Russe und zwei peruanische Armeeangehörige.

Die FARC ist mit etwa 12 000 Kämpfern die größte kolumbianische Guerillaorganisation in dem seit fast vier Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und der Armee. In dem blutigen Konflikt sind seit 1964 mehr als 120 000 Menschen getötet worden. Mehr als zwei Millionen Menschen flüchteten aus den Kampfgebieten.

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