Wagenknecht, Lindner und Gabriel : Rundumschlag von CDU-Generalsekretär Tauber

FDP-Chef Lindner sei wie AfD-Chef Gauland, Linken-Politikern Wagenknecht so wie AfD-Vorsitzende Petry und der Sigmar wisse morgens nicht, was der Gabriel abends möchte: CDU-General Tauber teilt aus - und erntet Rücktrittsforderungen.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber teilt aus.
CDU-Generalsekretär Peter Tauber teilt aus.Foto: dpa

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat im Gespräch mit der "Bild am Sonntag" gleich gegen eine ganze Reihe von Spitzenpolitiker ausgeteilt. Allein voran FDP-Chef Christian Lindner. Ihn hat er mit AFD-Chef Alexander Gauland gleichgesetzt. Tauber hatte in der „Bild am Sonntag“ gesagt, Lindner tue mit seinem „selbstherrlichen Auftreten“ derzeit alles dafür, dass die FDP es wieder nicht in den Bundestag schaffe. Lindners Auftreten erinnere ihn an den stellvertretenden AfD-Parteichef Alexander Gauland, betonte Tauber. „Er redet teilweise wie Herr Gauland von der AfD. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er statt eines abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug trägt.“

FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki hat Tauber für dessen Attacken gegen FDP-Chef Christian Lindner scharf kritisiert. „Mit seinen unverschämten Äußerungen hat sich Herr Tauber als ernstzunehmender Gesprächspartner endgültig disqualifiziert“, erklärte Kubicki am frühen Sonntagmorgen. „Der CDU-Generalsekretär ist und bleibt eine Taubernuss.“

Für den Kieler FDP-Fraktionschef Kubicki zeigen Taubers Äußerungen „einerseits die Nervosität der CDU vor den kommenden Wahlen, andererseits, wie tief diese Partei inzwischen gesunken ist“. Wer einfordere, dass der Rechtsstaat die geltenden Gesetze auch durchsetze, werde in die rechte Ecke gestellt. „Die CDU offenbart damit ein gebrochenes Verhältnis zum Recht.“ Beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart hatte Lindner seine Kritik an der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik der Union bekräftigt.

Kritik an den Äußerungen kommen auch von der SPD. Der Sprecher des Seeheimer Kreis forderte auf Twitter den Rücktritt von Tauber: "Ist tauber besoffen? der kann doch lindner nicht mit gauland vergleichen. das ist nen rücktrittsgrund. peinlich."

Tauber attackierte aber nicht nur Linder, sondern auch die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, indem er diese mit AfD-Chefin Frauke Petry gleichsetzte. Wagenknechts Aussage, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei mitverantwortlich für den Anschlag in Berlin, mache „deutlich, dass die Linkspartei eine rote AfD ist“, sagte er. „Sahra Wagenknecht und Frauke Petry sind das doppelte Lottchen des Populismus in Deutschland.“ Deshalb schließe die CDU mit beiden Parteien eine Zusammenarbeit aus. „So eine klare Abgrenzung nach beiden Seiten erwarte ich auch von SPD und Grünen.“

Und auch SPD-Chef Sigmar Gabriel wurde von Tauber wegen der SPD-Sicherheitspolitik kritisiert. "Die CDU hat schon 2014 ein umfangreiches Paket zur inneren Sicherheit beschlossen", sagte er der "BamS". "Aber das ist immer wieder von der SPD ausgebremst worden." Tauber sagte, es sei "oft anstrengend in der großen Koalition, weil Sigmar morgens nicht weiß, was Gabriel abends möchte". (Tsp/dpa)

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