Wahlkampfthema : US-Arbeitsmarkt erholt sich weniger gut als erwartet

Der US-Arbeitsmarkt kommt nicht recht in Schwung, was die Chancen von US-Präsident Obama mindert, im kommenden November wiedergewählt zu werden. In den USA sind noch immer fast 13 Millionen Menschen ohne Job.

Ein nachdenklicher Präsident: Entstehen nicht mehr Jobs, sinken seine Chancen auf eine zweite Amtszeit.
Ein nachdenklicher Präsident: Entstehen nicht mehr Jobs, sinken seine Chancen auf eine zweite Amtszeit.Foto: AFP

Die Arbeitslosigkeit in den USA geht weiter zurück, allerdings entstanden im vergangenen Monat weniger neue Stellen als erwartet. Die Arbeitslosenquote sank im März leicht von 8,3 auf 8,2 Prozent und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte.

Die US-Wirtschaft schuf den Angaben zufolge im März 120.000 Jobs mehr als sie abbaute, Experten hatten dagegen mit 200.000 neuen Stellen gerechnet. Enttäuschend waren die Zahlen aus dem Einzelhandel, wo Unternehmen im März unterm Strich rund 34.000 Arbeitsplätze abbauten. Insgesamt sind in den USA noch immer fast 13 Millionen Menschen ohne Job.

Vorwahlkampf der US-Republikaner
Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.Weitere Bilder anzeigen
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03.05.2012 12:34Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.

Präsident Barack Obama, der sich bei den Wahlen im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, begrüßte den Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Aber allen Amerikanern ist klar, dass es auf dem Weg noch Höhen und Tiefen geben wird und dass uns noch eine Menge Arbeit bleibt“, sagte er in Washington. Das Weiße Haus erklärte, dass die US-Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres für 600.000 neue Jobs gesorgt habe.

Mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen hatten Obama und seine Demokraten im US-Kongress versucht, die Wirtschaft nach der Finanzkrise wieder in Schwung zu bringen. Die Republikaner sehen hohe Staatsausgaben dagegen als Hindernis für die Privatwirtschaft und prangern die horrende Staatsverschuldung an.

Der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Mitt Romney, erklärte, dass die Lage am Arbeitsmarkt stagniere. Der Arbeitsmarktbericht sei als “sehr beunruhigend“. “Nach drei Jahren im Amt gehen Obama die Ausreden aus“, sagte Romney. „Millionen von Amerikanern zahlen einen hohen Preis für die Wirtschaftspolitik von Präsident Obama.“ Immer mehr Menschen seien dermaßen entmutigt, dass sie sich gar nicht mehr um einen neuen Job bemühten. (rtr, AFP)

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