Politik : Wandertag

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Offene Türen haben etwas Geheimnisvolles. Ganz besonders, wenn der Einblick normalerweise versperrt ist. Nur mit besonderer Zugangsberechtigung sind an ganz normalen Tagen die Räume der Bundestagsabgeordneten zu betreten. Ausnahmen bedürfen zwingender Gründe und umständlicher Anmeldeprozeduren. Kein Wunder, dass es an diesem Wochenende für viele so spannend war, die neu errichteten Gebäude des Bundestages zu besichtigen. Ganze Menschentrauben bevölkerten am Sonnabend die Plätze hinter dem Reichstag, die sonst am Wochenende verwaist sind. Zwar hatten sich die Parlamentarier schon am Freitag verabschiedet, und so gab es keine Gelegenheit für die Neugierigen, Promis zu sehen. Doch das tat dem Interesse keinen Abbruch. Mit Wehmut kam so mancher allerdings von der Besichtigungstour zurück. Denn die Wandelgänge und Sitzecken der Abgeordneten haben schon ganz andere Dimensionen als man das von zu Hause gewohnt ist.

Ärger gab es, wie man hört, auch von der Bundestagsverwaltung. Weil unter den vielen Besuchern auch solche waren, deren Hände mit Eis beschmiert waren, die mit schmutzigen Schuhen herumspazierten oder aus deren offenbar löchrigen Hosentaschen die Taschentücher fielen - deshalb also hatten die Putztruppen ihre liebe Not, die Räumlichkeiten der Parlamentarier wieder in einen aufgeräumten Zustand zu versetzen. Merke also: Nicht immer, wenn sich Volk und Volksvertreter begegnen, ist die Freude beiderseits.Antje Sirleschtov

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