Politik : Warten auf Hilfe

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Die Kinder drängen sich in einem kleinen Raum eng aneinander. Mitten im Winter wird es in der Kindertagesstätte nicht warm. Richtige Heizungen gibt es nicht, und selbst Brennholz ist Mangelware. In Nordkorea fehlt es nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) derzeit am Nötigsten.

In den vergangenen sieben Jahren hat das WFP insgesamt zwei Millionen Tonnen Lebensmittel in Nordkorea verteilt. Doch in diesem Winter wird es eng für die Helfer. Die Nahrungsmittelspenden sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Aus politischen Gründen hat Japan seine Hilfen bereits ganz eingestellt, und auch die USA setzten ihre Unterstützung aus.

Derzeit wissen die UNHelfer nicht, ob sie ihre Arbeit noch bis März weiterführen können. Es fehlen Soforthilfen von 79 000 Tonnen Lebensmitteln. Dabei ist die Zahl der Hilfsempfänger bereits deutlich gesunken. Über 13 Millionen der rund 23 Millionen Nordkoreaner sind nach Schätzungen der FAO unterernährt. Bisher konnte das WFP bis zu 7,6 Millionen Menschen erreichen. Doch jetzt wären die Helfer froh, wenn sie wenigstens diejenigen unterstützen könnten, die am schlimmsten betroffen sind: kleine Kinder, Schwangere, stillende Mütter und alte Menschen – insgesamt 2,9 Millionen Bedürftige. „Ohne sofortige, zusätzliche Spenden wird das WFP diese verletzlichsten Hilfsempfänger nicht mehr erreichen können“, warnte die Organisation bereits Anfang Januar.

Einige Lebensmittelfabriken vor Ort hätten die Arbeit schon einstellen müssen. Weitere könnten bis Ende Januar noch folgen, befürchtet die UN-Organisation. Bedroht ist außerdem das Programm „Food for Work“: Einheimische, die auf den von der Flut beschädigten Feldern arbeiten oder in von der Dürre bedrohten Gegenden Bewässerungsanlagen bauen, erhielten bisher als Gegenleistung für ihre Arbeit Lebensmittel.

Nur noch 30 000 Tonnen Nahrungsmittel lagern derzeit in Nordkorea. Dieser Vorrat reicht höchstens noch bis Februar. vs

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