Vereinte Nationen Wasser – ein Menschenrecht

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Recht auf sauberes Trinkwasser und die sanitäre Versorgung zu einem Menschenrecht erhoben.

Als „wichtiges politisches Signal“ wertet Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Entscheidung der UN-Generalversammlung, das Recht auf sauberes Trinkwasser und eine sanitäre Grundversorgung zum Menschenrecht zu erklären. Und so sehen es auch die Bundestagsfraktionen. Tom Koenigs, Menschenrechtsexperte der Grünen, stellte allerdings fest: „Jetzt fängt die Arbeit erst an.“

Mehr als 800 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, die meisten in Asien und in Afrika. Durch den Klimawandel wird diese Zahl weiter steigen. Bei der sanitären Versorgung sieht es noch schlechter aus. Rund 2,6 Milliarden Menschen haben keine Toilette zur Verfügung, fast drei Viertel davon in Asien, in Afrika sind es noch fast 600 Millionen Menschen.

Mit den Millenniumszielen, die die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2000 beschlossen hat, sollte die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser wie zu sanitärer Versorgung bis 2015 halbiert werden. Nach einem Statusbericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl derjenigen, die kein Wasser zur Verfügung haben, leicht gesunken. Doch bei der Sanitärversorgung ist die Welt weit vom Ziel entfernt. Dabei sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder an Durchfall, der sich durch eine Sanitärversorgung vermeiden ließe.

Uschi Eid, unter der rot-grünen Regierung Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, und bis heute Beraterin des UN-Generalsekretärs in Sachen Wasser, nennt als einen Grund etwas ganz Banales: „Welcher Staatschef oder Minister will sich schon bei der Eröffnung einer Latrinenanlage fotografieren lassen?“ Zumal in vielen Kulturen die menschlichen Ausscheidungen ein Tabu sind, über die zu reden nahezu unmöglich ist. Dazu kommt auch noch, dass es mit dem Bau von Latrinen noch nicht getan ist. Erst vor wenigen Tagen hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Bericht vorgelegt, in dem kenianische Frauen beschreiben, warum sie sich nachts nicht auf die Toiletten trauen. Denn sie müssen damit rechnen, vergewaltigt zu werden.

Ob das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung an diesen Problemen etwas ändern kann, ist umstritten. Denn ein individuell einklagbares Recht lässt sich aus dem Beschluss nicht ableiten. Wie ein klar abgegrenztes Menschenrecht aussehen könnte, wird seit Monaten im UN-Menschenrechtsrat diskutiert – bisher ohne Ergebnis. Doch politisch dürfte die Wasserfrage nun noch mehr Gewicht bekommen. Nötig ist es. Denn Wasser wird nicht nur knapp, es ist auch vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Dazu gehören Giftstoffe aus der Industrie und der Kanalisation, sofern vorhanden, Überdüngung durch die Landwirtschaft und Versalzung.

13 Kommentare

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    • von matzee
    • 29.07.2010 04:28 Uhr
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    endlich ein anfang

    das ist die beste nachricht, die ich seit langem gehört habe.
    es wird aber schwer es umzusetzen, dass das gesetz auch da hin kommt, wo es gebraucht wird. alleine durch das gesetz, kann vieles verändert werden, dass die leute auch sehen (die es brauchen), dass nicht nur was verabschiedet wird, sondern auch umgesetzt. das wird nicht einfach, weil es einige gibt, den passt es garnicht, weil die, die leute dann nicht unterdrücken, geld schäffeln können.

    aber bitte setzt es um und vorallem, zeigt denn leuten die sind nicht alleine, in dem ihr hin geht und was verändert.

    mfg matze
    • von matzee
    • 29.07.2010 04:39 Uhr
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    die beste nachricht seit langem

    das ist die beste nachricht seit langem, vergest aber nicht, dass es nur mit einer verabschiedung nicht getan ist, sondern ihr müsst auch da hin und was verändern. man darf aber auch nicht vergessen, dass es dann eine menge leute gibt, die dann versuchen, dass zu verhindern, weil die dann nicht mehr die leute ausnehmen können, wie auch unterdrücken und vorallem, macht es nicht so wie in uganda. wo ihr hin fahrt, oder da seid und zuseht, sondern, setzt es mit aller härte durch, sonst werdet ihr ausgelacht und die menschen haben nichts davon.

    mfg matze
    • von atom
    • 29.07.2010 06:07 Uhr
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    Krieg dem Durst


    Ob der Westen nun mit dem gleichem Engagement an die Wasserversorgung der Weltbevölkerung geht wie im Krieg gegen den Terror?
    Würde sogar den Terroristen das Wasser abgraben.
    Wenn Deutschland ca. 36 Milliarden für den Afghanistaneinsatz ausgibt und ein Brunnen kompl. mit Solarpumpe und Tank in Tansania ca. 35.000 € kostet, wären das ca. 1.000.000 Brunnen.

    Gibt es auch Hoffnung für manche Menschen die nur 20 l pro Tag haben?
    Siehe TS Artikel vom 27.10.2009 "Amnesty kritisiert Wasserpolitik"
    • von wmebh
    • 29.07.2010 08:29 Uhr
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    Wasser – ein Menschenrecht

    Das hilft den durstigen Menschen so gewaltig,wie der Segen vom Papst.
    • von Ahnne
    • 29.07.2010 09:14 Uhr
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    Wasser ist mehr als ein Wort

    Dass Wasser nun als Menschenrecht gilt, ist erstmal nur ein Wort, das Hoffnung macht. Also Erwartungen schürt, dass Taten auf dem Weg sind... Das täuscht. Wissen und Glauben an die Tat verschleiert Wahrnehmung. Wären Hunger und Durst eine Frage der Machbarkeit, so wären die Macher dieser Welt, die ersten, die ihre Macht damit steigern würden. Machbar wäre es, wenn dies auf der Vorrang-Liste stehen würde. Glauben, Wissen, Wahrnehmen. Wir sind am Scheideweg. Da stehen Wissen (um die Not) einerseits und Glaube (an die gute Sache) anderseits. Die Zukunft gehört dem Wahrnehmen: wahrnehmen was ist und die Ursache finden. Jeder für sich unter dem Banner seiner Einzigartigkeit.

    Wasser ist lebensnötig keine Frage. Für den Körper, der 5 % Beitrag zum Leben zu leisten vermag. Für den Geist gilt ein anderes: Das Wasser des Lebens ist die freie Entscheidung. Sie bestimmt unser Leben zu 95 % und fällt ständig, auch wenn ihr Wesen den meisten fremd ist. Dieses "Wasser" wiederum ist "Mangelware" in Wohlstandsgesellschaften, die ihren Index zu hundert Prozent auf den Körper zuschneiden. Glauben und Wissen sind die Vorstufen für Wahrnehmen. Sie sind einerseits Zeiträume der Neuzeit. Anderseits Abschnitte im Leben jedermann: Glauben ist die freie Entscheidung des KIndes bis zur Pubertät. Wissen die freie Entscheidung auf der Leiter des Erfolgs. Wahrnehmen der 3. und entscheidende Schritt im Leben jedermann, der feststellt, dass Glauben und Wissen versagen, wenn es eng wird.

    Wahrnehmen im Angesicht dieses neuen Menschenrechts kann zur Einsicht führen, dass das HÖCHSTE RECHT auf Erden Wahrnehmen statt Wunschdenken ist.

    Das fordern in diesen Tagen zwei Sachen, die wirklich nichts miteinander zu tun haben und doch die gleiche Entscheidung hervorrufen: Suche nach dem Schuldigen. Ich meine das Drama von Duisburg und das aus Afghanistan. Beide dienen als SPIEGEL für den Wahrnehmenden, um in seinem Leben Selbst-Verantwortung als Lebensziel einzuführen. Das Wasser des Lebens fließt dann...
    • von wocker
    • 29.07.2010 09:22 Uhr
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    Zweischneidiges Schwert

    Das Recht auf reines Wasser für jeden Menschen ist im Prinzip natürlich eine gute Sache. Aber betrachtet man diesen beschlossenen Satz,
    Die Regierungen werden verpflichtet, Verantwortung für die Wasser- und die Abwasserversorgung ihrer Bevölkerung zu übernehmen“, kommen einem die Gegenden mit knappem Wasser ins Gedächtnis, wo die Regierungen das Recht ihrer Bevölkerung auf Wasser wohlmöglich mit Gewalt dursetzen möchten/müßten.
    Nehmen wir das Beispiel Ägypten, wo das Nilwasser nach Hochrechnungen in wenigen Jahren nicht mehr ausreichen wird, die Staaten an den Nilquellen aber gerade beschlossen haben, für sich selbst mehr Wasser zu nutzen.
    Nehmen wir das Beispiel der Türkei, die große Staudämme in Ostanatolien baut, bzw. schon errichtet hat, und damit den Irak dürsten lassen kann.
    Nehmen wir das Beispiel Israel, das die Golanhöhen auch aus Wassergründen annektiert hat und den Palästinensern einen gerechten Anteil am knappen Jordanwasser vorenthält.
    Ergo: Regierungen könnten sich jetzt auf die UN-Resolution berufen, um ggf. gewaltsam Zugang zu sauberem Wasser zu erzwingen.
    • von lankwitze
    • 29.07.2010 10:26 Uhr
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    Das Problem ist nicht der Wassermangel,

    sondern das Bevölkerungswachstum. Woher soll das Wasser in Dürrezonen herkommen?
    • von astra1971
    • 29.07.2010 13:45 Uhr
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    Die tierische Landwirtschaft

    ist eine der größten Wasserverbraucher in diesem Land. Es werden 20.000 Liter Wasser benötigt, um 1kg Fleisch herzustellen, aber nur 50 Liter Wasser für 1kg Weizen. Die verbrauchte Wassermenge für 5kg Fleisch entspricht dem durchschnittlichen Jahreswasserverbrauch von 2 Personen.
    • von atom
    • 29.07.2010 15:04 Uhr
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    Wasser – ein Menschenrecht


    Also ist die Zerstörung von Wasseranlagen, abschneiden der Zuflüsse, Vergiftung des Grundwassers, Wasserdiebstahl u.s.w. eine Menschenrechtsverletzung.

    Das was Greenpeace schildert wird nun nicht mehr vorkommen:

    Die Folgen der künstlichen Wasserverknappung

    Schon vor Beginn des Golfkrieges von1991 baten die USA die Türkei, den natürlichen Wasserzufluss zum Irak zu begrenzen. Da bereits ein Staudammsystem vorhanden war, konnte der Tigris zu einem Rinnsal gedrosselt werden, während der Euphrat sich so weit aufstauen ließ, dass kein Wasser mehr den Irak erreichte. Ein Wasser-Embargo sollte den Irak nach spätestens drei Monaten in die Knie zwingen.

    Nachdem die Türkei zunächst ablehnte, reduzierte sie das Euphrat-Wasser in der zweiten Kriegswoche auf nur noch 40 Prozent; zeitweise standen der irakischen Zivilbevölkerung nur noch fünf Prozent des normalen Wasserangebots zur Verfügung – mit fatalen Folgen:

    • Die Konzentration toxischer Stoffe im Fluss erhöhte sich auf Grund der geringeren Wassermenge und einer verminderten Abflussgeschwindigkeit der Schadstoffe;
    • Die Bevölkerung litt unter Vergiftung durch die Entnahme verseuchten Trinkwassers sowie den Verzehr verseuchter Nahrungsmittel;
    • Qualitative Verschlechterung und Ausfall der Ernten.


    Wasserversorgung: Gezielt zerstört wurden zivile Versorgungsanlagen im Irak wie Wasserwerke, Kläranlagen und Elektrizitätswerke. In den größeren Städten brach die Wasser- und Stromversorgung zusammen: Bagdad holte sein Trinkwasser deshalb aus dem Tigris mit der Folge, dass Cholera und Typhus auftraten.
    • von sabi
    • 29.07.2010 15:14 Uhr
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    Bürokraten

    Die Bürokraten haben wieder was geboren, was Dummes !
    Sind denn Atemluft, Nahrungsmittel, Platz zum Leben, Freiheit,
    Demokratie,Frieden ... keine Menschenrechte ?
    Wieso dann nur Wasser ?
    Dieser Beschluß ist nicht mal ein Pfifferling wert !!!
    • von dietel
    • 29.07.2010 16:37 Uhr
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    Toll 2010

    Es wird ausdrücklich betont, dass es zwar ein Menschenrecht ist, Trinkwasser zu erhalten, nur die Durchsetzung ist und wird nicht gewährleistet. Also letztendlich eine Wasserstandsmeldung. Eine Arbeitsplatznachweis und eine Meldung ist es aber allemal. Neben den schlechten Meldungen nun drei tolle Mitteilungen fürs freudig erregte Volk. Wasser für Alle, Kachelmann wieder frei, Totales Rauchverbot in Bayern. Der Kaiser würde sagen - Ja ist denn schon Weihnachten -.
    • von dmeyer
    • 30.07.2010 10:01 Uhr
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    Wasserkreislauf

    Es brauchte gar keine Wasserknappheit zu geben. Der Wasserkreislauf der Natur ist so perfekt, daß wir immer wieder das gleiche von der Natur gereinigte Wasser trinken und "verbrauchen".
    Wenn der Mensch, Erdgas und -Öl, tausende von Kilometern transportiert, könnte er auch sauberes Wasser in Dürregebiete
    leiten. Aber die Habgier des Menschen......
    • von armin_ulrich
    • 31.07.2010 18:30 Uhr
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    Andersherum wird ein Schuh draus

    "Durch den Klimawandel wird diese Zahl weiter steigen."
    Sind Sie da so sicher Frau Dehmer???
    Um eine halbwegs adäquate Wasserversorgung einzurichten (also eine ohne Cholera und andere Parasiten) wird eine Menge Zement die Mischmaschinen herunterfließen müssen. Bei dessen Erzeugung geht eine Menge CO_2 in die Atmosphäre.
    Wenn man den Zement durch CO_2-Emissionshandel künstlich verteuert, wird auch das Wasser künstlich verteuert.

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