Politik : Wird Zoellick neuer Chef der Weltbank?

Walter Pfaeffle

New York - Der Posten des Präsidenten der Weltbank ist vakant, und nach dem mehr oder weniger erzwungenen Rücktritt von Paul Wolfowitz in der vorigen Woche werden nun gleich mehrere Namen für seine Nachfolge gehandelt.

Für US-Finanzminister John Paulson ist es dabei klar, dass ein US-Amerikaner diesen Posten bekommt. Andere spekulieren, US-Präsident George W. Bush könnte den abtretenden britischen Premierminister Tony Blair zum Nachfolger seines langjährigen Vertrauten Wolfowitz vorschlagen. Ganz vorne im Rennen scheint aber Robert Zoellick zu liegen.

Der aus Naples (US-Staat Illinois) stammende Harvard-Absolvent gehört zu den Spitzenleuten bei der Investmentbank Goldman Sachs. Dort leitet er den Vorsitz der internationalen Beratergruppe. Bis Juni 2005 diente Zoellick Präsident Bush als stellvertretender Außenminister. In Bushs erster Amtszeit war er US-Handelsbeauftragter gewesen. Die deutsche Bundesregierung wäre vermutlich glücklich, wenn Zoellick den Posten bekäme. Nicht nur, weil er deutsche Vorfahren hat, sondern besonders wegen der wichtigen Rolle, die er bei der Wiedervereinigung spielte: Zoellick hat zusammen mit einem anderen Jungdiplomaten unter dem damaligen US-Außenminister James Baker den Zwei-Plus-Vier-Plan entworfen, den Staatsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland sowie Frankreich, USA, Großbritannien und UdSSR, der im September 1990 unterzeichnet wurde und das Ende des geteilten Deutschland besiegelte.

Ob Zoellick Interesse an dem Job hat, ist nicht bekannt. Finanziell müsste er jedenfalls den Gürtel enger schnallen. Wolfowitz hat 300 000 Dollar im Jahr brutto verdient. Das ist sicher nur ein Bruchteil des Betrags, den er bei Goldman Sachs mit nach Hause nimmt.

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