Politik : Wo die Vorstädte die Regierung stürzten

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Frankreich galt lange Zeit als vorbildlich in puncto Ausländerintegration mit großzügigen Einwanderungsregelungen und der automatischen französischen Staatsbürgerschaft für in Frankreich geborene Kinder ausländischer Eltern. Nach dem 11. September 2001 machten jedoch Überfälle auf Synagogen und Moscheen, Brandstiftungen sowie Pöbeleien zwischen Muslimen und Juden immer mehr Schlagzeilen. Die bis 2002 regierenden Sozialisten wurden bei der Präsidentschaftswahl wegen der offenbar gescheiterten Integrationspolitik abgewählt. Bis heute leben die meisten Einwanderer in Vor stadtghettos der Großstädte, sprechen schlecht Französisch und sind bei den Karriereaussichten benachteiligt . Nur etwa 30 Prozent der nordafrikanischen Einwanderer haben einen Schulabschluss. An manchen Pariser Vorortschulen werden bis zu 27 verschiedene Nationalitäten in einer Klasse unterrichtet. Seit es Schülerinnen verboten ist, verschleiert zum Unterricht zu erscheinen, haben sich die Gräben zwischen Franzosen nichtausländischer Abstammung und eingewanderten Muslimen, die mit sechs Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Religionsgemeinschaft im Land stellen, noch vertieft. Sabine Heimgärtner

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