Wolfgang Clement : "Entweder er oder wir"

Drei Bochumer SPD-Gruppierungen fordern den Ausschluss Wolfgang Clements aus der Partei. Der Ex-Wirtschaftsminister habe mit seinen Äußerungen über Andrea Ypsilanti "seine eigene Partei wie eine Hure missbraucht", lautet die deutliche Kritik.

Wolfgang Clement Foto: ddp
Wolfgang Clement: Muss möglicherweise die Partei verlassen. -Foto: ddp

BerlinMehr oder weniger unverhüllt hatte Wolfgang Clement mehrmals von der Wahl der hessischen SPD-Spitzenkandidaten Andrea Ypsilanti abgeraten. "Ypsilanti sei eine Gefahr für die "industrielle Substanz Hessens" und: "Ich würde sie nicht wählen", so die Verbalattacken des Ex-Wirtschaftsministers gegen Ypsilanti. Jetzt haben drei SPD-Gruppierungen in Bochum den Partei-Ausschluss von Clemet beantragt - wegen "parteischädigender Äußerungen".

Rudolf Malzahn, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bochum-Hamme, erklärte, der Unterbezirksvorstand werde voraussichtlich in dieser Woche über die Anträge beraten. In Berlin betonte der Parteivorsitzende Beck derweil, dass die Ausschlussanträge gegen Clement nach der Partei-Schiedsordnung behandelt würden. Im SPD-Präsidium plädierte er nach Teilnehmerangaben aber dafür, die Anträge zunächst bis zur Hamburg-Wahl am 24. Februar ruhen zu lassen.

Bochumer SPD streitet über Parteiausschlussanträge

Die Ortsvereine Hamme und Voede sowie eine SPD-Betriebsgruppe bei einer ThyssenKrupp Steel-Tochter hatten nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche die Parteiausschlussanträge gegen den früheren NRW-Ministerpräsidenten eingereicht. "Meine Kollegen haben mir gesagt: 'Entweder geht der aus der Partei, oder wir'", sagte der dortige Betriebsratsvorsitzende Karl Vittinghoff. Martin Rockel, Vorstandsmitglied in Bochum-Hamme, sagte in einem Interview: "Wer seine eigene Partei wie eine Hure missbraucht, hat bei uns nichts verloren." Dabei habe Clement der SPD seine berufliche Karriere zu verdanken.

Wolfgang Clement ist seit seinem Parteieintritt 1970 Mitglied des Bochumer SPD-Ortsvereins Weitmar. Dessen Vorsitzender Andreas Marten sagte am Montag, ein Parteiausschluss sei "nicht diskutabel". "Wir werden uns da raushalten, die Anträge sind für uns nicht nachvollziehbar", so Marten. Einige Kollegen in der Bochumer SPD sollten sich lieber mit dem Thema Nokia beschäftigen, statt mit "Herrn Clement".

Genau das soll Thema eines Unterbezirksparteitages der SPD am heutigen Abend sein: Das von der Schließung bedrohte Bochumer Nokia-Werk. Zu dem Treffen wird auch der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck erwartet. Um Wolfgang Clement soll es dort ausdrücklich nicht gehen, so Malzahn.(nim/dpa)

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