WWF-Bericht : Unnötige Hafenkonkurrenz kostet 1,1 Milliarden

Nach Berechnungen der Umweltorganisation WWF zieht die unnötige Konkurrenz der Häfen von Hamburg, Wilhelmshaven und Bremerhafen Kosten in Höhe von 1,1 Milliarden Euro nach sich. Außerdem werde die Umwelt durch Ausbauten und Neubauten belastet.

Hamburg - Durch unnötige Konkurrenz der deutschen Seehäfen Wilhelmshaven, Hamburg und Bremerhaven werden dem WWF zufolge Steuergelder in Milliardenhöhe verschwendet und die Umwelt belastet. Würden Bund und Länder ihre hafenpolitischen Maßnahmen besser abstimmen, könnte die öffentliche Hand zwischen 400 Millionen und knapp 1,1 Milliarden Euro einsparen, heißt es in einem Bericht der Umweltschutzorganisation. Konkret kritisierte der WWF unkoordinierte Ausbauten und Neubauten von Häfen, wie es etwa beim geplanten Tiefseehafen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven der Fall sei. Auch Vertiefungen von Elbe und Weser lehnt die Umweltschutzorganisation aus ökonomischen wie ökologischen Gründen ab.

"Faktisch würden durch die Flussvertiefungen und den Neubau des Jade-Weser-Ports drei Tiefwasserhäfen entstehen, die um dieselben, größten Containerschiffe der Welt konkurrieren", bemängelte der WWF. Dies könne zu Überkapazitäten führen. So sei geplant, die Umschlagskapazität der deutschen Seehäfen bis 2010 um 9,6 auf 23,8 Millionen Standard-Container (TEU) pro Jahr zu erweitern. Damit läge die Umschlagskapazität den Angaben zufolge aber um 23 Prozent über dem erwarteten Bedarf.

Gesamtkosten bei 3,34 Milliarden Euro

Der Bericht listet die Subventionen für die bis 2010 geplanten Neu- und Ausbauten der Häfen in Wilhelmshaven, Hamburg und Bremerhaven sowie der Weser- und Elbvertiefung auf und beziffert die Gesamtkosten für Bund und Länder auf 3,34 Milliarden Euro. Die Studie rechnet dabei auch die langfristige Haushaltsbelastung für die Schuldentilgung ein und berücksichtigt, dass der Bund Ausgaben in Höhe von 4,71 Milliarden Euro für eine weiter verbesserte Anbindung der Häfen ans Straßen- und Schienennetz ausgeben will.

Der WWF forderte von Bund und Ländern eine bessere Koordination der Hafenpolitik. So könnten die Haushalte entlastet und die ohnehin schon stark geschädigten Flüsse Elbe und Weser geschützt werden, heißt es in der Studie. Sauerstoff- und Schlickprobleme, Uferabbrüche und der Verlust wertvoller Flachwasserbereiche machten den Flüssen schon heute zu schaffen und gefährdeten die Tier- und Pflanzenwelt. Neue Ausbaggerungen würden die ökologischen Probleme demnach noch verschärfen. (tso/AFP)

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