Politik : Zwangsarbeiter-Entschädigung: Das Comeback des FDP-Politikers Otto Graf Lambsdorff

Eigentlich schon im Ruhestand, kehrte der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und FDP-Vorsitzende Otto Graf Lambsdorff im Juli 1999 noch einmal auf die politische Bühne zurück. Bundeskanzler Gerhard Schröder ernannte den 72-Jährigen zum Regierungsbeauftragten für Verhandlungen über die Entschädigung ehemaliger NS- Zwangsarbeiter.

Otto Friedrich Wilhelm von der Wenge Graf Lambsdorff, wie er mit vollem Namen heißt, entstammt dem westfälisch-baltischen Uradel. Er wurde 1926 in Aachen geboren, besuchte Schulen in Berlin und Brandenburg und studierte nach dem Krieg in Bonn und Köln Jura und Staatswissenschaften. 1951 trat er in die FDP ein, in der er bald Karriere machte. Im Oktober 1977 wurde er Bundeswirtschaftsminister.

Geschichte machte Lambsdorff mit seinem berühmten "Wendebrief", der 1982 den Koalitionswechsel der Liberalen von der SPD zur CDU/CSU einleitete. Zwei Jahre später endete seine Ministerkarriere, als er im Oktober 1984 wegen der Flick-Parteispendenaffäre den Hut nehmen musste. Das Bonner Landgericht sprach ihn 1987 vom Vorwurf der Bestechlichkeit frei, verurteilte ihn aber wegen Steuerhinterziehung zu 180 000 Mark Geldstrafe. 1988 das politische Comeback: Der FDP-Parteitag wählte ihn als Nachfolger von Martin Bangemann zum neuen Parteivorsitzenden. Das Amt behielt er bis 1993. Späte Genugtuung für früher erlittene Unbill erfuhr Lambsdorff bei der Zwangsarbeiterentschädigung.

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