0:0 gegen Eintracht Frankfurt : Hamburger SV: Auf dem Weg zur Normalität

Der Hamburger SV sieht das 0:0 gegen Eintracht Frankfurt als Erfolg auf dem Weg aus dem Ausnahmezustand der letzten zwei Jahre.

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Auf dem Weg: Bruno Labbadia arbeitet kontinuierlich daran, den Hamburger SV zu erden.
Auf dem Weg: Bruno Labbadia arbeitet kontinuierlich daran, den Hamburger SV zu erden.Foto: dpa

Der Hamburger SV möchte zurück zur Normalität, und solche Spiele können dabei helfen: Gegen Eintracht Frankfurt kam die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia zu einem 0:0. Es war eine ordentliche Leistung beider Teams und ein gerechtes Unentschieden. Der HSV hatte seine Vorteile in der ersten, die Eintracht in der zweiten Halbzeit. Am Ende fehlte beiden Mannschaften der Wille zum ganz großen Risiko. Manchmal genügt eben ein Punkt.

Labbadia hatte versprochen, der HSV werde dort weitermachen, wo er beim 3:0 in Gladbach am vorvergangenen Freitag aufgehört hatte. Seine Mannschaft hielt dieses Versprechen nur in der Anfangsphase, als sie stürmisch in die Partie startete. Es sah gut aus, was die Hamburger zeigten, doch die erste große Chance hatte Eintracht Frankfurt: Marco Russ‘ Kopfball wäre ohne Nicolai Müllers Einsatz im Tor gelandet (5.).

Fünf Minuten später sah man, weshalb Johan Djourou Verteidiger spielt und nicht Stürmer: Nach Vorarbeit von Aaron Hunt und Lewis Holtby kam der Hamburger Kapitän freistehend zum Schuss, traf aber nur die Latte. Drei Minuten später hatte Hunt die Chance zur Hamburger Führung, doch seinen platzierten Flachschuss wehrte Eintracht-Keeper Lukas Hradecky zum Eckball ab.

Der HSV machte in der Offensive viel Druck, in der Abwehr war aber eine gewisse Unsicherheit zu sehen. Insgesamt hatte die Eintracht nicht jene Offensivkraft, die sie beim 6:2 gegen den 1. FC Köln unter Beweis gestellt hatte. So konnte sich der HSV immer wieder befreien und kontern, dann allerdings waren die Frankfurter aufmerksam.

Es war aber deutlich zu sehen, dass Labbadias Weg der Normalisierung erfolgreich ist. „Wir müssen davon weg, Spiele nur durch übergroße Emotionalität zu gewinnen“, hatte Sportchef Peter Knäbel vor einiger Zeit gefordert. Tatsächlich hat der HSV ja zwei Spielzeiten in einer Art Ausnahmezustand verbracht. Labbadia soll derjenige sein, der Spiele des Hamburger SV wieder ansehlich machen soll – nicht mehr und nicht weniger. Der geordnete Start in die Saison lässt vermuten, dass der Coach dabei erfolgreich sein könnte, auch wenn er Mitte der Woche darauf hingewiesen hatte, dass es noch Jahre dauern werde, bis der Hamburger SV wieder so stark und dominant auftreten werde wie früher. Der Klub habe praktisch in allen relevanten Bereichen Nachholbedarf. Damit sagte der Coach natürlich auch, wie groß seine Aufgabe ist. Subtext: Bitte kritisiert mich nicht so schnell.

Im Hier und Jetzt zeigte die Eintracht nach der Pause, warum sie vor Spielbeginn Tabellenfünfter war – sie setzte den HSV unter Druck und kam durch Seferovic und Meier zu großen Torchancen, die Jaroslav Drobny im Hamburger Tor aber gekonnt abwehrte (58., 62.). Frankfurt wirkte überlegen, der HSV konterte, doch am Ende gab es gerechterweise keinen Sieger.

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