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0:1 beim SV Sandhausen : 1. FC Union verliert das Spiel und den Anschluss

Es läuft weiter nicht beim Berliner Zweitligisten. Die Niederlage in Sandhausen ist schon das fünfte Spiel ohne Sieg für den 1. FC Union, der damit ins Mittelfeld der Tabelle zurückfällt.

Streck das Beinchen. Damir Kreilach und der 1. FC Union zeigten in Sandhausen eine schwache Leistung. Foto: Thomas Kienzle/dpa
Streck das Beinchen. Damir Kreilach und der 1. FC Union zeigten in Sandhausen eine schwache Leistung.Foto: Thomas Kienzle/dpa

Von rechts, von links, von hinten. Der Ball flog immer wieder in den Strafraum des SV Sandhausen – und landete meist auf dem Kopf von Tim Kister. Der 1,93 Meter große Abwehrspieler beförderte den Ball aber ein ums andere Mal aus der Gefahrenzone und da den Fußballern des 1. FC Union nicht mehr als diese einfallslose Variante einfiel, blieb es am Dienstag in Sandhausen bei der 0:1 (0:0)-Niederlage für den Berliner Zweitligisten. Es war bereits das fünfte Spiel ohne Sieg für das Team von Jens Keller, das die Tabellenspitze – und damit das Saisonziel – langsam aus den Augen verliert.

Jens Keller hatte aufgrund der höheren Belastung in der englischen Woche „den ein oder anderen“ Wechsel angekündigt, auf eine derart umfangreiche Rotation hätte Unions Trainer aber vermutlich gerne verzichtet. Toni Leistner und Felix Kroos waren nach ihren gegen Braunschweig erlittenen leichten Blessuren erst gar nicht im Kader und so baute Keller seine Startelf gleich auf fünf Positionen um.

Ob es nun an den vielen Wechseln oder dem durch die aktuelle Durststrecke fehlenden Selbstvertrauen lag, die Berliner taten sich in der ersten Halbzeit enorm schwer. Wie Keller erwartet hatte, überließ Sandhausen Union vor 4893 Zuschauern die Initiative, um nach Ballgewinn schnell umzuschalten. Und diese Marschroute der Gastgeber ging auf. Mit einer engen Staffelung machten sie den ideenlosen Berliner das Leben sehr schwer und waren die deutlich gefährlichere Mannschaft. Schon nach wenigen Minuten verhinderte Fabian Schönheim bei einem Schuss von Philipp Klingmann mit einer Rettungstat auf der Linie gerade noch die frühe Führung für Sandhausen. Bei einem schönen Freistoß von Leart Paqarada musste Unions Torwart Jakob Busk all sein Können aufbieten, um den Ball um den Pfosten zu lenken.

Auch Hedlund und Polter bringen keine Wende

Von den Berlinern kam offensiv viel zu wenig. Gegen die aufmerksame Sandhäuser Defensive um den ehemaligen Unioner Markus Karl agierte die Mannschaft von Jens Keller viel zu einfallslos. Philipp Hosiner, der für Sebastian Polter in die Startformation gerutscht war, hing als einzige Spitze in der Luft und über außen gelang es Steven Skrzybski und Akaki Gogia kaum einmal, bis zur Grundlinie vorzudringen. So entwickelte sich ein Spiel, das Sandhausen deutlich mehr liegt, als den technisch eigentlich überlegenen Köpenickern. Der Ball flog immer wieder hoch über das Mittelfeld hinweg, das Geschehen war geprägt von vielen Zweikämpfen und wenig spielerischen Elementen.

Auch nach der Halbzeit änderte sich das Bild vorerst nicht. Keller verzichtete auf Wechsel und wenige Minuten nach Wiederanpfiff hatte Union großes Glück, als Schiedsrichter Alexander Sather ein Foul von Marcel Hartel an Lucas Höler im Strafraum übersah und den Gastgebern den fälligen Elfmeter verweigerte. Kurz darauf durfte Sandhausen dann aber doch jubeln. Ein Einwurf von der rechten Seite flog unbehelligt über den halben Platz bis zu Paqarada, der aus 20 Metern die verdiente Führung erzielte.

Nach 63 Minuten erklärte Keller das Experiment Rotation für beendet und wechselte seine etatmäßige Offensive ein. Auch Simon Hedlund und Polter gelang es jedoch nicht, die Wende herbeizuführen. Union riskierte nun zwar mehr und drückte Sandhausen in den Strafraum, wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Die besseren Chancen hatten weiter die Gastgeber. Nach einem Konter rettete Marcel Hartel kurz vor der Linie vor dem einschussbereiten Höler. In der Nachspielzeit stürmte bei einer Ecke selbst Torwart Busk mit nach vorne, der Ball landete jedoch auf dem Kopf von – natürlich – Tim Kister. (Tsp)

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