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0:2 gegen Real Madrid : Schalke 04: Chance verpasst, Debakel verhindert

Schalke 04 verkauft sich gegen Real Madrid wesentlich besser als im vergangenen Jahr, verliert das Achtelfinalhinspiel daheim aber mit 0:2 und ist dem Aus in der Champions League sehr nahe.

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Ronaldo gegen Wellenreuther - diesmal bleibt der Schalker Sieger.
Ronaldo gegen Wellenreuther - diesmal bleibt der Schalker Sieger.Foto: AFP

Es machte sich nach dem Schlusspfiff eine Mischung aus Enttäuschung und dem Gefühl, eine Chance verpasst zu haben, in der Gelsenkirchener Arena breit. Mit 0:2 (0:1) hatte der FC Schalke 04 das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid verloren und hat damit nur noch theoretische Chancen, die nächste Runde zu erreichen. Das Rückspiel in Madrid wird am 10. März ausgetragen. "Unsere Mannschaft hat gut gespielt und sich gut präsentiert. Wir haben heute gute Werbung gemacht für Schalke. Wir nehmen das so hin", sagte Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies im ZDF. Torwart Timon Wellenreuther meinte. "Es war ein großer Augenblick für mich, aber ich hätte lieber zu Null gespielt, als zwei Gegentore zu bekommen."

Tatsächlich hatten die Schalker zwar ein erneutes Debakel verhindert, so wie es noch vor fast genau einem Jahr an gleicher Stelle hinnehmen mussten, als sie den Spaniern ebenfalls im Achtelfinale des Wettbewerbs mit 1:6 völlig chancenlos unterlagen. Mit ein wenig mehr Mut zur Offensive hätte die Mannschaft von Roberto Di Matteo aber durchaus die Möglichkeit gehabt, sich zumindest ein Remis zu erspielen. Doch die vom Trainer verordnete Defensivstrategie ließ an diesem Abend kaum Raum für couragierte Angriffe.

Der FC Schalke 04 konnte das Kombinationsspiel von Real Madrid früh unterbinden

Von übermäßigem Respekt oder gar Angst vor dem übermächtigen Gegner war bei den Schalker Profis von Beginn an allerdings nichts zu spüren. Anders als im Vorjahr war es ihre erste Prämisse, die Zweikämpfe gegen die technisch überlegenen Spanier zu gewinnen. Entsprechend robust gingen sie auch zu Werke und verschafften sich schon nach wenigen Minuten Respekt bei ihren Gegenspielern. Das Kombinationsspiel der Madrilenen hatte die Mannschaft von Roberto Di Matteo mit diesem körperlichen Einsatz bereits früh unterbunden. Der Schalker Abwehrriegel, der aus acht Feldspielern - einer Fünfer- sowie einer vorgelagerten Dreierkette - bestand, erfüllte ihren Zweck.

Und je länger die Partie andauerte, desto mehr traute sich der Ruhrgebietsklub auch in der Offensive zu. Allerdings hatte Di Matteo mit Eric-Maxim Choupo-Moting und Klaas-Jan Huntelaar nur zwei offensive Spieler aufgestellt, was kaum einmal einen Überraschungseffekt zuließ. Während die beiden Angreifer versuchten, Unordnung in die Real-Defensive zu bringen, rückten die Mitspieler kaum einmal nach und unterstützten sie bei ihren Bemühungen. Huntelaar gelang es nach 24 Minuten dennoch, sich einmal durchzusetzen, seinen Distanzschuss parierte Iker Casillas.

Cristiano Ronaldo mit dem 1:0, Klaas-Jan Huntelaar verletzt ausgewechselt

Allerdings zerstörte Cristiano Ronaldo drei Minuten später das gute Gefühl, dass die Spieler und auch die 54.442 Zuschauer zuvor entwickelt hatten. Linksverteidiger Dennis Aogo ließ Dani Carvajal flanken, Ronaldo wuchtete sich unnachahmlich hoch in die Luft und köpfte den Ball völlig ungedeckt vor dem heraus geeilten Torhüter Timon Wellenreuther ins Tor. Der nächste Rückschlag für die Schalker sollte kurz danach folgen. Huntelaar verletzte sich bei einem Zweikampf und musste nach 30 Minuten einer ersten Diagnose zufolge mit einer Schienbeinprellung ausgewechselt werden. Für ihn feierte Nachwuchsspieler Felix Platte sein internationales Debüt. Sollte Wellenreuther am Gegentor eine geringe Mitschuld getragen haben, so verhinderte er nach 35 Minuten den zweiten Treffer Ronaldos, als er einen Freistoß spektakulär parierte.

Schalker Angriffe gab es in der Folge so gut wie nicht mehr, weil Choupo-Moting lange den Alleinunterhalter geben musste und damit naturgemäß überfordert war. Die Madrilenen spulten ihr Pensum in der zweiten Hälfte pflichtbewusst ohne große Mühe ab, weil Di Matteo trotz Rückstands stur bei seinem Defensivkonzept blieb. Um ein Haar wäre sein Plan dennoch aufgegangen. Der sehr engagierte Felix Platte drosch beim einzigen noch nennenswerten Schalker Angriff den Ball aus 14 Metern an die Querlatte, den Nachschuss brachte Atsuto Uchida aus elf Metern nicht über die Linie. Fast im Gegenzug erhöhte Marcelo nach 79 Minuten mit einem Schuss in den Torwinkel zum 2:0. "Wir haben uns ein bisschen schwergetan, was auch am Platz lag, das soll keine Ausrede sein, aber der war eine Katastrophe. Wir können mit dem 2:0 sehr gut leben", sagte Toni Kroos bei Sky. Und in Sachen Effektivität waren die Madrilenen den Schalkern sowieso haushoch überlegen.

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