Update

0:2-Niederlage gegen Regensburg : 1860 München steigt in Dritte Liga ab

1860 München verliert das Relegationsrückspiel gegen Regensburg 0:2 und steigt ab. Die Partie musste unterbrochen werden, weil Münchner Fans randalieren.

Polizisten sichern in der 80. Spielminute das Feld, nachdem Münchner Fans angefangen haben zu randalieren. Foto: dpa
Polizisten sichern in der 80. Spielminute das Feld, nachdem Münchner Fans angefangen haben zu randalieren.Foto: dpa

Außenseiter Jahn Regensburg hat mit einem eindrucksvollen 2:0 (2:0) im Rückspiel der Relegation den Absturz des TSV 1860 München in die Dritte Liga besiegelt. Die Regensburger feierten am Dienstagabend vor 62.200 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena ausgelassen ihren überraschenden Aufstieg in die Zweite Liga. Sie waren fußballerisch absolut überlegen. Kolja Pusch (30. Minute) und Marc Lais (40.) sorgten nach dem 1:1 im Hinspiel für den Auswärtserfolg des Teams von Trainer Heiko Herrlich, das den Durchmarsch aus der vierten Liga perfekt machen konnte.

Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) musste die Begegnung nach 80 Spielminuten unterbrechen, weil randalierende Fans aus dem 1860-Block Gegenstände auf das Spielfeld warfen. Polizeikräfte liefen auf. „Wir haben die Schnauze voll“, riefen die aufgebrachten Anhänger. Der bei den Fans beliebte Ex-Profi und Nachwuchstrainer Daniel Bierofka lief vor die Nordkurve und versuchte, die Randalierer zu besänftigen. Nach einer knappen Viertelstunde ging es zwar weiter, aber immer wieder flogen gegen Gegenstände vor das Jahn-Tor. Zehn Polizisten wurden bei den Ausschreitungen im Stadion leicht verletzt. Das gab die Münchner Polizei am Dienstagabend in einer ersten Bilanz bekannt. Die Beamten seien von diversen Wurfgeschossen getroffen worden, hieß es.

Im Gegensatz zum glücklichen Relegationserfolg gegen Holstein Kiel 2015 gelang den Sechzigern diesmal kein Happy End im entscheidenden Rückspiel. Die teure und namhafte Mannschaft von Trainer Vitor Pereira agierte fußballerisch ohne Konzept und hielt dem nervlichen Druck in dem Alles-oder-nichts-Spiel nicht stand. Anders Regensburg: Das Kollektiv funktionierte und zeigte sich zweitliga-tauglich.

Bei 1860 steht ein kompletter Umbruch an

Nach 24 Jahren sind die Münchner nun wieder drittklassig. Das sportliche Debakel stellt die Zukunft des Deutschen Meisters von 1966 komplett in Frage. Der Verein ist unter dem jordanischen Investor Hasan Ismaik am Tiefpunkt angelangt. Ein totaler Neuaufbau wird folgen müssen. „Ich bin unendlich traurig, dass wir in diesem Stadion, vor dieser Kulisse, ein so schlechtes Spiel abgeliefert haben“, sagte 1860-Kapitän Kai Bülow frustriert. „Dieser Abstieg – das ist so bitter.“

Der Portugiese Pereira, der im Winter mit großen Ambitionen seine Arbeit beim Traditionsverein aufgenommen hatte und diesen zurück in die Bundesliga führen wollte („We go to the top“), ist als nächster Trainer bei den Giesingern gescheitert - trotz eines Vertrages bis 2018. Durch den Abstieg der Profis muss auch die zweite Mannschaft von 1860 aus der Regionalliga in die Bayernliga absteigen. Pereira deutete auf der Pressekonferenz nach dem Spiel an, dass er für einen Neuaufbau in der Dritten Liga wohl nicht zur Verfügung steht. „Die Verantwortung liegt bei mir. Leider hat es nicht gereicht, die Ziele zu erreichen“, sagte Pereira. Fragen wollte er nicht beantworten, stattdessen verließ er nach seinem Statement den Pressesaal.

Die Regensburger Spieler ließen sich auch durch die spektakuläre Kulisse nicht beeindrucken. Das Team von Herrlich agierte planvoller und zielstrebiger. Beim ersten Tor tunnelte Thommy zunächst Gegenspieler Marnon Busch. Die Hereingabe vollendete Pusch. Und im direkten Gegenzug nach einer Großchance von 1860-Stürmer Christian Gytkjaer zum 1:1, die Jahn-Torwart Philipp Pentke vereitelte (40.), schlugen die Gäste erneut über den linken Flügel zu. Marcel Hofrath flankte - und Lais konnte unbedrängt ins kurze Eck köpfen.

1860 hätte nun drei Tore benötigt. Pereira wollte die Wende mit dem Angreifer-Duo Sascha Mölders und Ivica Olic erzwingen. Vergeblich. Das Aufbäumen blieb erfolglos. Regensburg löste die Verteidigung des Vorsprungs nicht nur mit Kampfgeist, sondern spielerisch ansehnlich. (dpa)

1 Kommentar

Neuester Kommentar