0:4 gegen Hoffenheim : Auch HSV tief im Abstiegskampf

Mit dem ersten Heimsieg seit fast einem halben Jahr beim 4:0 (2:0) gegen den erschreckend harmlosen HSV wahrt Hoffenheim die Chance auf die internationale Qualifikation - der HSV bleibt in Abstiegsgefahr.

Nach der 0:4-Niederlage in Hoffenheim steckt der HSV tief im Abstiegskampf.
Nach der 0:4-Niederlage in Hoffenheim steckt der HSV tief im Abstiegskampf.Foto: dpa

Vor 27.000 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena trafen Jannik Vestergaard (17.), Sejad Salihovic (25.), Fabian Johnson (51.) und Sven Schipplock (58.). „Kompliment an meine Mannschaft. Das war eine große Willensleistung. Zum richtigen Zeitpunkt waren wir heute eiskalt. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Hoffenheims Trainer Markus Babbel. HSV-Sportchef Frank Arnesen war nach der bitteren Niederlage enttäuscht: „Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen und nach dem 2:0 haben wir nur noch eine Mannschaft auf dem Platz gesehen.“ Dennoch machte Arnesen der Mannschaft Mut: „In drei Tagen haben wir das nächste Finale. Wir müssen das jetzt wegstecken und werden dann eine ganz andere Mannschaft sehen.“ „Zweite Liga, Hamburg ist dabei“, sangen zuvor die Hoffenheimer Fans.

Angesichts des HSV-Abwehrtorsos und der einfallslosen Angriffsaktionen könnten die Schmähgesänge wahr und der erste Abstieg für das Bundesliga-Gründungsmitglied Realität werden. Mit ihren 31 Zählern weist der Tabellenvierzehnte nur zwei Punkte mehr auf als der derzeit auf dem Relegationsrang notierte 1. FC Köln. Die Hoffenheimer haben nun 40 Punkte auf ihrem Konto und kletterten auf Rang neun.

HSV-Sympathisant Babbel hatte im Vergleich zum 2:1 am Samstag gegen Kaiserslautern die Startelf auf zwei Positionen verändert. Mittelfeldmann Sebastian Rudy verdrängte nach abgesessener Gelbsperre Daniel Williams, Jannik Vestergaard rückte für den an den Adduktoren verletzten Isaac Vorsah in die Innenverteidigung.
Überraschend verordnete der Trainer zudem Stürmer Ryan Babel eine Denkpause, der niederländische Nationalspieler saß nicht einmal auf der Ersatzbank. HSV-Coach und Babbel-Freund Thorsten Fink sah sich zu drei Änderungen gegenüber dem 1:1 gegen Leverkusen bemüßigt. Für Außenverteidiger Dennis Aogo (Gelbsperre) sowie Stürmer Mladen Petric und Robert Tesche durften Jacobo Sala, Tolgay Arslan und Gojko Kacar nach seiner verbüßten Sperre ran.

Es waren gerade 45 Sekunden gespielt, als Sala seine Aufstellung schon nachdrücklich hätte rechtfertigen können. An der rechten Ecke des Fünfmeterraums kam der Italiener an den Ball, doch seinen Nachschuss parierte der Hoffenheimer Torwart Tom Starke ebenso wie den vorausgegangenen 25-Meter-Hammer von Ivo Ilicevic. Ein furioser Auftakt, dem aus HSV-Sicht wenig Erbauliches mehr folgen sollte. Schlimmer noch: Die Hamburger schossen sich selbst ins Knie.

Die Führung für die etwas schwer ins Spiel gekommenen Gastgeber in der 17. Minute fiel praktisch aus dem Nichts - und unter fataler Mithilfe von Jeffrey Bruma. Der HSV-Verteidiger gab dem von Jannik Vestergaard nach einer Ecke aus 14 Metern mit Vehemenz geschossenen Ball per Kopf die entscheidende Richtungsänderung. Torhüter Jaroslav Drobny hatte ebenso keine Abwehrchance wie in der 25. Minute beim Elfmeter von Salihovic. Dem 2:0 durch Hoffenheims Mann des ruhenden Balles war ein Foul von HSV-Stopper Heiko Westermann an TSG-Sturmspitze Schipplock vorausgegangen.

Mit dem beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken überließen die Badener den Hanseaten die Initiative. Die Hamburger konnten mit dem Plus an Ballbesitz aber wenig anfangen, weil ihre Aktionen nicht zwingend genug waren. Die Kraichgauer lauerten auf Konter und waren bei ihren Gegenangriffen gefährlicher als die einfallslosen Gäste.

Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Kraichgauer leichtes Spiel. Zwar kamen die Hanseaten unmittelbar nach Wiederbeginn durch Kacars Kopfball zu einem Lattentreffer, dann aber das Déjà-vu aus Halbzeit eins. In der 51. Minute nutzte Fabian Johnson seine Freiheiten zu einem Sololauf in den Strafraum, den er mit einem Schuss ins lange Eck zum 3:0 abschloss. Sieben Minuten später kam Sven Schipplock nach einem Kacar-Fehler an den Ball. Aus 16 Metern konnte er sich das Eck frei aussuchen. Er wählte das rechte und traf zum 4:0. (dapd)

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