1:3 gegen Bayern : 1. FC Union verliert - und fühlt sich frei

Vor 19.000 Zuschauern in der ausverkauften "Alten Försterei" setzten sich die Bayern ohne spielerischen Glanz zu verbreiten mit 3:1 gegen den 1. FC Union durch. Der gefeuerte Hauptsponsor war immer noch Thema bei den Eisernen.

Katrin Schulze
Union Bayern
Union gegen Bayern. Die Berliner mit freiem Trikot.Foto: dpa

Es war eine etwas zweideutige Botschaft, mit der die Spieler des 1. FC Union gestern 90 Minuten lang Reklame in eigener Sache machten. "Frei!" stand in dicken weißen Lettern auf ihren Fußball-Trikots. Ja, die Köpenicker haben sich befreit von ihrem dubiosen Hauptsponsor, der durch die Stasi-Vergangenheit seines Aufsichtsratschefs in Ungnade gefallen ist. Aber sie sind damit auch gleichzeitig frei für einen neuen Geldgeber. "Ihr wisst, dass wir heute in ganz Deutschland zu sehen sind", schrie Stadion- und Klubsprecher Christian Arbeit vor dem Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München ins Mikrofon. "Der Rest ergibt sich dann von selbst."

Wer weiß: Vielleicht konnte sich von den 19 000 Zuschauern in der ausverkauften Alten Försterei und den paar hunderttausend vor dem Fernseher tatsächlich ein fluider Kunde für den Zweitligisten begeistern. Denn auch wenn die Berliner gegen die Münchner mit 1:3 (0:2) unterlagen, hinterließen sie einen ziemlich passablen Eindruck. Und das, obwohl Trainer Uwe Neuhaus mit Patrick Kohlmann nur einen Profi aufstellte, der auch in den zurückliegenden Liga von Beginn an spielen durfte. Ansonsten gönnte er seinen Reservisten den Luxus, gegen die die deutsche Fußball-Prominenz anzulaufen.

Zunächst mit Erfolg. Gleich in der siebten Minute legte Union nämlich schon einen werbewirksamen Auftritt hin: Nach einem schönen Zuspiel von Shergo Biran schoss der weitgehend allein gelassene Björn Brunnemann allerdings nur Bayern-Torhüter Jörg Butt an. Nur kurz darauf verfehlte Stürmer Kenan Sahin zudem Butts Tor. Doch dabei blieb es erst einmal, da ab der zwanzigsten Minute auch die Bayern mit dem Fußballspielen begannen. Ihre erste wirkliche Chance konnte Ivica Olic prompt zum 1:0 nutzen - kein Wunder, fiel die Flanke von Philipp Lahm doch direkt vor seine Füße.

Beim zweiten Tor benötigten die Münchner noch die freundliche Unterstützung von Unions Ersatztorwart Carsten Busch, der den Ball nicht erwischte und damit Breno zum Toreschießen einlud. Beim 3:0 zeigten die Gäste dann aber ein bisschen Kunst: Dem passgenauen Freistoß von Edson Braafheid konnte Busch nur hinterherschauen. Unions Anhänger kümmerte dieser Zwischenstand nur bedingt, sie feierten sich mit eifrigen "Union Berlin"-Rufen lieber unaufhörlich selbst. Und durften dann sogar noch einen Treffer ihren Teams bejubeln - der gut aufgelegte Sahin traf mit einem satten Schuss zum 1:3.

Den Rauswurf des Sponsors kommentierten die Fans der Köpenicker dagegen während der Partie nicht. Textiler Protest war angesagt: Auffällig viele hatten antiquierte Trikots mit dem Aufdruck früherer Sponsoren der Berliner aus ihren Schränken hervorgekramt. Einige andere schwärzten einfach die drei Buchstaben des kürzlich gefeuerten Gönners auf ihrer Brust einfach. Das Signal vonseiten der Anhänger war jedenfalls klar: Der dunkle Schatten des unter dem Namen International Sport Promotion (ISP) firmierenden Ex-Sponsors sollte verschwinden. Und zwar schnell.

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