1:5- Pleite gegen Dortmund : Werder Bremen und die bittere Wahrheit

Borussia Dortmund zerlegt den SV Werder Bremen und gewinnt mit 5:1. Die Hanseaten sehen trotz Neuzugang Obraniak wie ein Abstiegskandidat aus.

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Kaum hinterhergekommen: Werder Bremen geht im eigenen Stadion gegen Borussia Dortmund unter. Foto: dpa
Kaum hinterhergekommen: Werder Bremen geht im eigenen Stadion gegen Borussia Dortmund unter.Foto: dpa

Werder Bremen ist nach der 1:5-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund noch tiefer in den Tabellenkeller gerutscht. Die in der Offensive vollkommen harmlosen Bremer hatten gegen den deutschen Vizemeister nicht den Hauch einer Chance – und so langsam dürfte es auch eng werden für Trainer Robin Dutt. Werders Neuzugang Ludovic Obraniak machte kein schlechtes Spiel, konnte aber gegen die deutliche und verdiente Niederlage auch nichts ausrichten.

Obraniak hatte sich vor seinem Wechsel nach Deutschland telefonisch Rat bei einem französischen Winzer geholt. Bei dem Herren handelt es sich um einen gewissen Johan Micoud, also den womöglich besten Werder-Spieler aller Zeiten. Micoud hatte nur Gutes über die Stadt und über den Klub erzählt und Obraniak unterschrieb in der vergangenen Wochen einen Vertrag bei Werder. Man weiß allerdings nicht, ob Micoud aus Rücksicht auf seinen alten Arbeitgeber nur die halbe Wahrheit erzählt hat – denn das Werder von heute hat mit dem Klub aus der titelträchtigen Ära Micoud dummerweise nichts mehr zu tun. Aus dem einstigen Champions-League-Teilnehmer ist längst ein Abstiegskandidat geworden, das wurde am Samstagnachmittag wieder einmal überdeutlich.

Gegen Dortmund stand Offensivspieler Obraniak erstmals in der Startelf. Und es schien so, dass allein die Tatsache, dass er mit Micoud telefoniert hatte, ihn zu einem Hoffnungsträger im Leid geprüften Bremen machen würde. Werder-Trainer Robin Dutt hält große Stücke auf den 29-Jährigen, warnte aber gleichzeitig vor allzu hohen Erwartungen. „Er wird uns weiterbringen, aber er ist kein alleiniger Heilsbringer.“ Gegen den BVB spielte der polnische Nationalspieler im linken Mittelfeld. Dass er Fußball spielen konnte, war schnell zu erkennen, genau so jedoch, dass ihm noch die Bindung zu seinen Mitspielern fehlt.

Das Spiel bestimmte eh von Beginn an der Gast aus dem Ruhrgebiet. Nach einer Viertelstunde rettete Assani Lukimya in höchster Not vor dem einschussbereiten Henrich Mchitarjan, kurz darauf wehrte Werders Abwehrspieler einen Schuss von Marco Reus ab. Robert Lewandowski machte es besser und nach einer knappen halben Stunde mit einem satten Schuss von der linken Strafraumgrenze zum 1:0. Bremens erste Chance des Spiels hatte Sebastian Prödl nach einer Ecke, doch sein Kopfball flog deutlich über das Tor von Roman Weidenfeller. Nach Flanke von Obraniak scheiterte Franco di Santo ebenfalls per Kopf am BVB-Keeper. Der Druck der Gäste nahm ein wenig ab, je näher es in Richtung Halbzeitpause ging. Dann jedoch schlief die komplette Abwehr der Bremer und Mchitarjan durfte aus 16 Metern fast ungehindert das 2:0 schießen. Dortmund hatte sich nach dem durchwachsenen Start in die Rückrunde offensichtlich wieder gefangen und dominierte das Spiel. Werder war nichts vorzuwerfen in punkto Einsatz, letztendlich aber reagierte die Mannschaft von Dutt nur und konnte ihrerseits so gut wie nie Druck aufbauen. Drei Minuten nach der Pause war die Partie entschieden: Nach einer Ecke von Reus köpfte Manuel Friedrich zum 3:0 ein – und Erinnerungen an das 0:7 in der Hinrunde gegen die Bayern wurden wach. Ein Kopfball von Robert Lewandowski verpasste knapp sein Ziel, Lukasz Piszczek traf nach nur die Latte. Werder brachte mit Nils Petersen und Martin Kobylanski zwei neue Offensivkräfte und entblößte seine Abwehr, was die Dortmunder zu Kontern nutzten. Mchitarjan erzielte zunächst das 4:0, Lewandowski später das 5:0. Levent Aycicek gelang kurz vor dem Ende noch der Ehrentreffer für die Bremer.

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