Sport : 1. FC Kaiserslautern: Die "Roten Teufel" sind leise geworden

Gegen Hollands Meister ist Andreas Brehme in Not. "Ich weiß beim besten Willen nicht, wie die Mannschaft aussehen wird", sagte der Team-Manager des 1. FC Kaiserslautern vor dem Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD live) gegen den PSV Eindhoven. Brehmes Mängelliste ist lang, und aus der Anzahl der Abwesenden ließe sich beim letzten deutschen Uefa-Cup-Vertreter eine Europaauswahl formen.

Nenad Bjelica (Kroatien), Tomasz Klos (Polen) und Juan Dominguez (Portugal) sind international nicht spielberechtigt. Verletzt fallen der Franzose Youri Djorkaeff (Zehenbruch), der Schweizer Murat Yakin (Knie), der Jugoslawe Slobodan Komljenovic(Schulterbruch) und der Tscheche Petr Gabriel (Achillessehnen-Abriss) aus. Fragezeichen stehen noch hinter dem als Libero wieder erstarkten Mario Basler (Wadenprobleme) und Jörgen Pettersson, dem Kaiserslauterns Fifa-Schiedsrichter Markus Merk einen Zahn ziehen musste.

"Es ist eine Seuche, dass wir noch nie zwei Mal nacheinander in gleicher Aufstellung spielen konnten. Aber wir müssen das Beste draus machen", appelliert der 40 Jahre alte Weltmeister von 1990 an den Behauptungswillen jener Spieler, die in die Bresche springen müssen. Zum Glück steht einem Einsatz der Bundesliga-Rotsünder Harry Koch und Miroslav Klose durch eine Sondergenehmigung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nichts im Weg.

Bei seiner Prognose über die Chance zum Weiterkommen legt sich Brehme nicht auf die branchenübliche Floskel "zu Hause möglichst viele Tore vorzulegen" fest, sondern sagt: "Die Zeiten, in denen man im Heimspiel drei, vier Tore schießt, sind vorbei. Auch ein 0:0 kann ein gutes Ergebnis sein, dann reicht ein 1:1 im Rückspiel." Auch für Torwart Georg Koch ist es "das Wichtigste, zu Null zu spielen". Der Keeper, der von Juli bis Oktober 1997 ein Gastspiel in Eindhoven gab, ehe er vom damaligen PSV-Coach Dick Advocaat zur Bielefelder Alm getrieben wurde, will den beiden Treffen nicht den Anstrich des Besonderen geben: "Das ist lange her. Gegen den Club habe ich keine Ressentiments."

Schnee von gestern ist für Koch auch das Lauterer Erfolgserlebnis als Champions-League-Neuling im Herbst 1998 mit zwei Siegen gegen den PSV (2:1/3:1). Hans-Günther Neues, der Eindhoven bei der misslungenen Generalprobe (0:0 gegen Roda Kerkrade) unter die Lupe nahm, ist optimistisch: "Die sind zu packen. Wir sind jedenfalls kein Außenseiter."

Eindhovens 37-jähriger Spieler Jan Heintze, der von 1994-98 für Uerdingen und Leverkusen in der Bundesliga am Ball war, fürchtet vor allem die Atmosphäre auf dem Betzenberg. "Ich erwarte ein Feuerwerk", sagte der Däne. PSV-Trainer Erik Gerets gibt den Diplomaten. "Die Chancen stehen 50:50", sagt der belgische Ex-Nationalspieler, unter dessen Regie der 15-malige Meister und souveräne Tabellenführer der Ehrendivision zu einem Spitzenteam reifte. Mit dem 50-Millionen-Mann Ruud van Nistelrooy, der nach seinem Kreuzbandriss von Manchester United an Eindhoven "zurückgegeben" wurde, hat Gerets einen hochkarätigen Stürmer in der Hinterhand. Die Frage ist, ob der für den gesperrten Mark van Bommel spielende Joker nach langer Verletzungspause sticht.

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