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1.FC Nürnberg - Borussia Mönchengladbach 0:2 : Arangos Kunstschuss ins Glück

Borussia Mönchengladbach darf immer mehr auf die Champions League hoffen - die Rheinländer konnten Leverkusens Patzer nutzen. Die Abstiegssorgen des 1. FC Nürnberg dagegen haben sich nochmals verschärft. Trainer Verbeek zeigte sich enttäuscht.

Jubel bei den Gladbachern über das Freistoßtor von Juan Arango (2.v.r.).
Jubel bei den Gladbachern über das Freistoßtor von Juan Arango (2.v.r.).Foto: dpa

Im Bundesliga-Abstiegskampf wird es immer enger für den kriselnden 1. FC Nürnberg. Trotz einer ansehnlichen Vorstellung kassierte der neunmalige deutsche Fußball-Meister am Samstag beim 0:2 (0:1) gegen den Europapokal-Aspiranten Borussia Mönchengladbach schon seine 13. Saisonpleite und rutschte wieder auf Abstiegsplatz 17. "Das ist enttäuschend. Wir haben die Möglichkeiten gehabt, aber in den wichtigen
Momenten hat uns irgendwo das Glück gefehlt", klagte Trainer Gertjan Verbeek. Kultprofi Javier Pinola, seit Jahren Ikone bei den Fans, gibt sich zuversichtlich: "Wir brauchen noch zwei, drei Siege. Wir müssen in den restlichen fünf Spielen alles geben."

Gladbachs Trainer Favre zufrieden

Die technisch deutlich versiertere Elf vom Niederrhein überholte den bisherigen Bundesliga-Vierten Bayer Leverkusen in der Tabelle und untermauerte ihre Ansprüche auf den Qualifikationsrang zur Champions League. Und das, obwohl die akut gefährdeten Nürnberger bestens mithielten. "Es war schwer, diese Mannschaft zu beherrschen. Nürnberg hat enormes Risiko bei der Spieleröffnung genommen. Es liegt an Details, dass wir keine Tore gekriegt haben", erkannte Coach Lucien Favre.

Kunstschütze Juan Arango (18. Minute) leitete mit einem direkten Freistoß den glücklichen Gästesieg ein, Max Kruse (79.) entschied in der Schlussphase das Spiel per Foulelfmeter. Der kampfstarke FCN ließ schlichtweg zu viele Großchancen ungenutzt und leistete sich in der Defensive eklatante Aussetzer. Ohne gleich sieben Stammspieler, darunter in Per Nilsson, Timothy Chandler, Makoto Hasebe (alle verletzt) und Emanuel Pogatetz (gesperrt) ausgemachte Leistungsträger in der Defensive, war der Club nicht auf jeder Position bundesligatauglich besetzt. Vor allem Martin Angha und Berkay Dabanli erwiesen sich als Schwachstellen. Resultat: Nach dem 2:3 in Freiburg setzte es die zweite Niederlage hintereinander.

Schon den ersten gefährlichen Gladbacher Angriff leitete der spätere Führungs-Torschütze Arango vor 50 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena ein. Über Kruse landete der Ball nach drei Minuten bei Patrick Herrmann, der aus sieben Metern an FCN-Torwart Raphael Schäfer scheiterte und die erste Top-Gelegenheit vergab. Bis zum 1:0 durch den Mann aus Venezuela per 20-Meter-Schuss sollte dies sogar die einzige Gladbacher Torchance
bleiben.

Drmic im Pech

Unglücklich aus Nürnberger Sicht, denn das Team von Trainer Verbeek war schon zuvor mehrmals aus aussichtsreichen Positionen gescheitert. Auf der Gegenseite traf Arango, nachdem Pinola einen Fehler Anghas auf Kosten eines Freistoßes ausgebügelt hatte. Der Versuch des 33 Jahre alten Gladbachers wurde von Josip Drmic abgefälscht. Es war bereits Arangos neuntes Bundesliga-Tor per Freistoß - nur Hoffenheims Sejad Salihovic hat von den aktuellen Erstligaprofis eine ebenso starke Ausbeute.

In einem hitzigen Duell wurden die Gastgeber nach dem Rückstand stärker, Torjäger Drmic aber vergab beste Chancen: Nach 35 Minuten köpfte der Schweizer aus sechs Metern unbedrängt an die Latte. Das Nürnberger Übergewicht blieb auch nach Wiederanpfiff bestehen, Gladbach verlegte sich fast komplett aufs Konterspiel.

Allein Kruse vergab sensationelle sechsmal die mögliche Vorentscheidung, scheiterte in der 72. Minute unter anderem freistehend am Pfosten. Elf Minuten vor Schluss durfte der 26-Jährige dann doch noch einen eigenen Treffer bejubeln, als er nach einem umstrittenen Foul von Mike Frantz selbst zum Elfmeter antrat und souverän verwandelte. (dpa)

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