Sport : 1. FC Union: Billig und gut

Karsten Doneck

Gutes hat seinen Preis - aber nicht immer. Fußball-Zweitligist 1. FC Union fährt einen rigorosen Sparkurs und ist dennoch erfolgreich. Drei Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage aus den ersten fünf Spielen sprechen für sich. Fünf neue Spieler holte sich Union, das heute bei Waldhof Mannheim antritt (15 Uhr), nach dem Aufstieg. Auf der Ausgabenseite fanden sich rund 700 000 Mark - für alle fünf zusammen. Dennoch registrierte Präsident Heiner Bertram nach dem 5:0-Sieg gegen den SSV Reutlingen vor einer Woche: "Alle Neuen haben bei uns eingeschlagen." Einen Seitenhieb kann sich Bertram dabei nicht verkneifen: "Schauen Sie sich im Vergleich dazu doch mal Hertha an." Die Herthaner haben mit ihren Millionen schweren Zugängen in der Tat erhebliche Probleme.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Bertram hatte für die Einkaufspolitik so rigide Einschränkungen befohlen, dass der sonst so ruhige Trainer Georgi Wassilew schon anfing, öffentlich zu murren. "Fehleinkäufe können wir uns nicht leisten", hatte Bertram gesagt in kluger Voraussicht, dass der Geldfluss der Kinowelt aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens ins Stocken geraten würde.

Kostadin Widolow von ZSKA Sofia und der gebürtige Spanier Cristian Fiel von den Stuttgarter Kickers kamen Union mit je 250 000 Mark Ablöse am teuersten. Ferdinand Chifon wurde für 200 000 Mark für ein Jahr von Pogon Stettin ausgeliehen, Sreto Ristic (SSV Ulm) und Ivan Kozak (TeBe) kamen zum Nulltarif. Widolow, Ristic und Fiel erzielten zusammen neun der 16 Tore. Chifon musste zu Saisonbeginn verletzt pausieren, konnte in bislang drei Spielen sein Können demonstrieren und hat gegen Reutlingen das wichtige Führungstor erzielt. Etwas hinterher hinkt allein Ivan Kozak. Aber die Chance des slowakischen Nationalspielers wird kommen. Spätestens dann, wenn bei Verteidiger Tom Persich die Kniebeschwerden zunehmen und er am Meniskus operiert werden muss.

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