Sport : 1. FC Union: Der Trainer als Hemmschuh?

Karsten Doneck

Langsam wird Heiner Bertram unruhig. Dem Präsidenten des Fußball-Regiponalligisten 1. FC Union ist sehr wohl bewusst, dass sein Verein auf dem Transfermarkt handeln muss. Und zwar jetzt, ehe den Köpenickern die interessantesten Spieler von anderen Klubs weggeschnappt werden. Doch da existiert bei Union angeblich ein Hemmschuh: Georgi Wassilew. "Es gibt noch keine Verhandlungen mit neuen Spielern. Wir drängeln, aber unser Trainer lässt sich erstaunlich viel Zeit. Das war auch schon im vorigen Jahr so", merkt Bertram mit kritischem Unterton an. Ihn stört dabei vor allem, dass Union noch nicht einmal die Basis für eine gezielte Saisonplanung legen konnte, weil ausgerechnet die Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Trainervertrages so langsam zur Never-ending-story gerät.

Zum Thema Online Spezial: Schafft Union den Aufstieg? "Unser Angebot liegt auf dem Tisch", sagt Bertram. Wassilews Dienstzeit in der Wuhlheide soll sich demnach um weitere zwei Jahre bis 2003 verlängern, und zwar ohne Option. Der Trainer selbst liebäugelt mit einem Dreijahresvertrag, "um langfristig etwas aufzubauen", wie er gesagt hat. Am Tag nach dem Punktspiel gegen RW Essen (heute, 14 Uhr, Stadion Alte Försterei), eventuell aber auch erst am Montag, wollen sich Union-Vorstand und Union-Trainer erneut treffen, um abschließend zu verhandeln. "Danach müssen wir ganz schnell loslegen", sagt Bertram im Hinblick auf die notwendigen Spielereinkäufe.

Es geistern bereits viele Namen möglicher neuer Spieler herum. Prominentester Kandidat ist Matthias Breitkreutz. Der 29-Jährige hat bei Hansa Rostock keinen neuen Vertrag mehr bekommen. "Auch über ihn wird in der nächsten Woche geredet", sagt Bertram. Breitkreutz wäre ablösefrei zu haben und würde nicht den äußerst engen Finanzrahmen sprengen, den sich der 1. FC Union für Transferausgaben zur neuen Saison gesteckt hat: Nur rund 600 000 Mark sind für diesen Posten im Haushalt vorgesehen. Der Betrag könnte allerdings noch aufgestockt werden, wenn der 1. FC Union tatsächlich über das DFB-Pokalfinale in den Europapokal einzieht.

Dann wäre auch die Verpflichtung von Torjäger Daniel Teixeira kein großes Problem mehr. Dem Brasilianer, der vom KFC Uerdingen bis Saisonende ausgeliehen wurde, bekam von Union unlängst ein Zweijahresvertrag angeboten. Teixeira signalisierte Zustimmung. Wobei sich Union erst noch mit Uerdingen und eventuell auch mit Spielervermittler Werner Helleckes, der die Werberechte an dem Spieler für sich reklamiert, einigen muss.

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