Sport : 1. FC Union: Gnadenlose Revanche

Karsten Doneck

Die Erinnerung an den 9. Juni 2000 weckt bei Heiner Bertram, dem Präsidenten des 1. FC Union, heftige Emotionen. Mit 1:2 hatte sein Klub damals bei LR Ahlen verloren, ein Unentschieden hätte schon zum Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga gereicht. "Das war Unions schwärzeste Niederlage der Neuzeit", sagt Bertram. Doch die Köpenicker haben nach einem weiteren Jahr Regionalliga in dieser Saison mit Ahlen wieder gleichgezogen. Und wenn sich beide Mannschaften heute (15 Uhr, Stadion Alte Försterei) zum ersten Mal seit jenem 9. Juni wiederbegegnen, dann verlangt Bertram "eine gnadenlose Revanche".

Allerdings: Die Zeiten ändern sich im Fußball schnell. Nur vier Spieler, die schon im Aufstiegsduell gegen Union dabei waren, standen am vorigen Wochenende in der Anfangself von LR Ahlen beim 1:0-Sieg gegen Greuther Fürth. Unions Revanchegelüste mindert das nicht. Bertram schlägt im Vorfeld der Partie sogar recht rüde Töne an. Töne, die von Unions Seite nur allzu vertraut sind, wenn es in der Vergangenheit gegen den in die Oberliga abgerutschten Erzrivalen Tennis Borussia ging. Der Präsident sagt, gemünzt diesmal nicht auf TeBe und die Göttinger Gruppe, sondern auf LR Ahlen: "Mit viel Geld kann man zwar eine Mannschaft kaufen, aber nicht Atmosphäre und Fans." Ein deutlicher Seitenhieb auf seinen Kollegen Helmut Spikker, den Präsidenten in Ahlen, durch dessen Millionen viele erfahrene Kräfte wie Marc Arnold (früher Hertha BSC), Harald Spörl (HSV) oder Henryk Baluszynski (VfL Bochum), um nur einige zu nennen, den Weg in die westfälische Provinz fanden.

Bei allen Emotionen appelliert Bertram aber auch ans Fairplay. "Man muss sich zwar im Fußball oft auch mal, überspitzt gesagt, ein Feindbild aufbauen", meint er, "aber wir wollen natürlich keinen Krieg anfangen."

Bei Union wird wohl erstmals Torjäger Ferdinand Chifon auflaufen, der seinen Riss im Trommelfell auskuriert hat. Auch die Oberschenkelzerrung von Sreto Ristic ist weitgehend abgeklungen. Chifon und Ristic sollten sich indes nicht wundern, wenn bald mal wieder ein neuer Stürmer auftaucht. Union hat nämlich den Profis Marko Tredup und Christian Fährmann geraten, sich nach neuen Vereinen umzusehen. "Erst wenn wenigstens einer der beiden unseren Etat entlastet, können wir den Wunsch unseres Trainers nach einem neuen Stürmer erfüllen", stellt Bertram Personalveränderungen in Aussicht.

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