Sport : 1. FC Union: Selbst Breitkreutz im Angebot

Karsten Doneck

Die Personalplanungen stocken. Kein Wunder. Der um den Aufstieg kämpfende Fußball-Regionalligist 1. FC Union weiß derzeit nicht, für welche Liga man neue Spieler nach Köpenick locken kann. Ungeachtet dessen flattern dem Klub schon jede Menge Offerten ins Haus, mitunter sind recht lukrative dabei. So wurde Union sogar der bei Hansa Rostock spielende Matthias Breitkreutz angeboten. Was die Sache durchaus reizvoll macht: Der Mittelfeldspieler, 29 Jahre alt, ist am Saisonende ablösefrei zu haben. "Es gibt mehrere Leute aus der Bundesliga, die wir verpflichten könnten", sagt Union-Präsident Heiner Bertram, "aber wir müssen sehen, dass die auch zu uns passen." Gemeint ist sowohl die finanzielle Seite als auch die menschliche.

An der menschlichen Komponente wird die schon mal ins Auge gefasste Verpflichtung von Sergio Rolando Bustos wohl scheitern. Der 28-jährige Argentinier vom Dresdner SC, ursprünglich mal als Ersatz für den abwanderungswilligen Ronny Nikol gedacht, "gilt als nicht zuverlässig, kam unpünktlich aus dem Urlaub zurück, hat wenig Kontakte zu den Mitspielern, kapselt sich total ab", wie Bertram aus Dresden erfuhr. Nach seiner Aussage ist Unions Interesse an Bustos allenfalls noch "halbherzig".

Sollte Union Regionalligist bleiben, wird ohnehin keine namhafte Verstärkung geholt, nur "vielleicht zwei, drei junge Leute aus der vierten Liga", wie Bertram sagt. Für die Zweite Liga sollen aber zumindest drei gestandene Kräfte hinzukommen.

Doch der Rotstift wird bei allen Transferverhandlungen sichtbar auf dem Schreibtisch liegen. Beim Lizenzantrag für Liga zwei hat Union beim DFB in der Rubrik vorgesehene Transferausgaben die lächerliche Summe von 600 000 Mark eingetragen. Das würde eventuell knapp ausreichen, um den aus Uerdingen ausgeliehenen Torjäger Daniel Teixeira fest zu verpflichten. "Dann könnten wir nur noch ablösefreie Spieler holen", sagt Bertram. Ablösefrei - wie eben ein Matthias Breitkreutz.

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