1. FC Union : Torsten Mattuschka kommt an

Beim 3:0-Sieg in Oberhausen spielt sich Torsten Mattuschka in die Startelf des 1. FC Union zurück. Das bringt ihm Anerkennung vom Trainer und den Fans.

Matthias Koch[Oberhausen]
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Mattuschkacontrast photoagentur

Uwe Neuhaus erhob sich extra von seinem Stuhl an der Seitenlinie. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union gratulierte seinem Mittelfeldspieler Torsten Mattuschka bei dessen Auswechslung in der 75. Minute zu seiner Leistung mit einem Handschlag, wie das unter Sportlern so üblich ist. Zu Recht. Mattuschka gehörte am Freitagabend beim souveränen 3:0-Erfolg über Rot-Weiß Oberhausen zu den auffälligsten Spielern. „Er ist um sein Leben gerannt. Und das war anders nicht zu erwarten“, sagte Neuhaus.

Mattuschka stand wie vier weitere Spieler Unions neu in der Startelf. Beim der 0:5-Niederlage im DFB-Pokal gegen Werder Bremen hatte er noch gefehlt. Angesichts der extremen defensiven Ausrichtung des Zweitligisten war für den Offensivspieler Mattuschka gegen den Erstligisten nicht einmal Platz auf der Bank gewesen. Neuhaus hatte ihn aus dem Aufgebot gestrichen. „Bei der Begegnung gegen Werder habe ich bei den Spielerfrauen gesessen und ein bisschen gegafft“, sagte Mattuschka. „Ich stand nach fünf Jahren das erste Mal nicht im Kader, obwohl ich weder verletzt noch gesperrt war.“

Doch das änderte sich am Freitag: Mattuschka, der seit 2005 bei den Köpenickern spielt, durfte anstelle von Neuzugang Dominic Peitz mit nach Oberhausen fahren. Dass er dort nun sogar von Beginn mitmischen konnte, spricht für die Unberechenbarkeit von Trainer Neuhaus – immer wieder hat Unions Trainer zuletzt seine Startformation verändert. „Ich habe in der Woche beim Training richtig Gas gegeben. Ich wollte dem Trainer zeigen, dass es verkehrt war, mich draußen zu lassen“, sagte Mattuschka nach dem Spiel. Er wirkte lockerer als zuletzt, als der 28-Jährige sich eher schweigsam gegeben hatte.

Dabei ist Torsten Mattuschka, den sie „Tusche“ rufen, bei seinen Mitspielern und Fans gleichermaßen beliebt. Schon nach seiner Vorlage zum 2:0 von Karim Benyamina wurde er genauso bejubelt wie der Torschütze selbst. Kapitän Marco Gebhardt knuddelte Mattuschka fast schon zärtlich an der Eckfahne. Und nach dem 3:0, das Mattuschka selbst erzielte, bildete sich um den Rückkehrer ein feiernder Haufen der ganz in Gelb gekleideten Unioner.

Deshalb wird Trainer Uwe Neuhaus beim nächsten Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf wohl auf Umstellungen verzichten – und Mattuschka im Team belassen. Verlassen sollte sich der Profi darauf allerdings. Denn Zugang Björn Brunnemann, sein größter Konkurrent um einen Stammplatz, wurde vom 1. FC Union vermutlich nicht geholt, um dauerhaft auf der Bank zu sitzen.

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