1. FC Union : Weit weg vom Stamm

Unions Torhüter-Neuzugang Marcel Höttecke zeigt wiederholt Schwächen. Seinem Ziel, den Stammplatz zwischen den Pfosten zu ergattern, ist er damit nicht gerade näher gekommen.

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Am Ende seines Arbeitstages wollte er nichts mehr sagen. Vielleicht wusste Marcel Höttecke am Samstagnachmittag schon, dass es das für ihn gewesen sein könnte. Nach seiner 90-minütigen Schicht ist der Stammplatz im Tor des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union wieder ein Stück weiter entfernt. Zwei Chancen hatten die Gäste aus Middlesbrough beim 2:2 in der Alten Försterei, zweimal trafen sie ins Tor. Zweimal agierte der 23-jährige Torhüter unglücklich.

Auf der Suche nach Gründen dafür zeigte sich Union kreativ. Hötteckes Kollege Thorsten Mattuschka fand im neuen Ball einen Schuldigen, weil dieser "besonders bei angeschnittenen Schüssen und Flugbällen" schwer einzuschätzen sei. Und Uwe Neuhaus suchte die Erklärung in der Köpenicker Kulisse. "Er stand zum ersten Mal im eigenen Stadion auf dem Platz. Vielleicht war er etwas nervös", sagte Unions Trainer.

Die Anhänger kommentierten die Leistung ihres Torhüters mit "Jan Glinker"-Rufen und Häme: Nach einem harmlosen Schuss in der zweiten Halbzeit, der Höttecke direkt in die Arme fiel, hallten lautes Johlen und Applaus durchs Stadion.

Nun ist es nicht so, dass Marcel Höttecke große Kulissen nicht kennen würde – fünfmal stand er in der Bundesliga schon für Borussia Dortmund auf dem Feld. Trotzdem scheint ihm die Situation bei seinem neuen Arbeitgeber, zu dem er mit der Ambition auf die Nummer eins von der zweiten Mannschaft der Dortmunder gekommen ist, nicht gerade gut zu tun.

Während sein Kontrahent Jan Glinker deutlich erstarkt auftritt, bewirkt die Konkurrenzsituation bei Marcel Höttecke offenbar das genaue Gegenteil. Es war am Samstag nicht das erste Mal, dass die Hände des Torwarts zitterten – schon bei den Tests zuvor spielte er nicht unbedingt souverän. Dennoch hat Marcel Höttecke noch vor Kurzem gesagt: "Ich möchte beim ersten Pflichtspiel für Union im Tor stehen." Seit Samstag ist das mehr als fraglich.

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