Sport : 15000 Euro auf Sieg

Auch Dynamo Dresden bestätigt Geldannahme

Benedikt Voigt

Berlin - Am Montagmittag hatte Christoph Franke noch über Sinn und Unsinn einer Siegprämie im aktuellen Wettskandal nachgedacht. „Selbst wenn eine Siegprämie gelaufen ist, was ist daran verboten?“, sagte der Trainer von Dynamo Dresden. Seit Dienstagvormittag ist klar, warum der 60-Jährige eine Sonderprämie vehement verteidigt hat: Er hat selbst mit seiner Mannschaft von einem Unbekannten Geld für einen Sieg angenommen. 15000 Euro kassierte Dynamo Dresden für den 3:2-Sieg über Preußen Münster am letzten Spieltag der Saison 2002/2003. Das bestätigte der Verein gestern auf einer Pressekonferenz.

„Der Spieler Ranislav Jovanovic hat uns damals informiert, dass eine zusätzliche Prämie ins Haus steht“, sagt Franke, „die Mannschaft hat das akzeptiert, weil sie das Spiel ohnehin gewinnen wollte.“ Jovanovic spielt heute beim FSV Mainz 05. Auf dessen Homepage schildert der 24-Jährige den Ablauf. „Ich bin vier Tage vor dem Spiel von einem mir unbekannten Mann angerufen worden.“ Dieser habe als privater Sponsor einen Anreiz für einen Sieg schaffen wollen. Franke habe damals erklärt, das Geld nur im Falle eines Sieges zu akzeptieren. „Wir dachten, das ist ein Fan, erst später haben wir gehört, dass er auf uns gewettet haben soll“, sagte Jovanovic den „Dresdner Neuesten Nachrichten“. Aus Vereinskreisen heißt es, dass es sich bei dem privaten Sponsor um einen der drei Hauptbeschuldigten im Wettskandal gehandelt haben soll. Dresdens Ersatztorwart Ignjac Kresic hat bereits bestätigt, den Hauptbeschuldigten zu kennen.

Die Summe bot im Spiel vom 8.Juni 2003 einen zusätzlichen Anreiz, zumal es für beide Klubs um wenig ging. Dresden konnte nicht mehr aufsteigen, Münster nicht absteigen. Nach 30 Minuten führte Dresden 2:0, Münster glich aus, in der 63. Minute fiel das 3:2. „Das war ein ganz normales Spiel“, sagt Schiedsrichter Thorsten Hems, der das Spiel leitete. Im manipulierten Pokalspiel Paderborn gegen Hamburg haben das Siegerteam und Schiedsrichter Robert Hoyzer Geld erhalten. Eine Parallele dazu scheint es in Dresden nicht zu geben. Hems sagt: „An mich ist nie jemand herangetreten.“

Die Dresdner Spieler hatten am Montag eine Eidesstattliche Erklärung unterschrieben, Spiele nicht manipuliert zu haben. Nun erklären sie, die damalige Siegprämie spenden zu wollen. Jovanovic hingegen ist mit Mainz 05 in ein Trainingslager gefahren. Der Serbe stammt wie Schiedsrichter Robert Hoyzer aus Berlin-Spandau. Das kann ein Zufall sein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben