Sport : 16 Treffer für den Tiger

Falcao schießt Porto ins Europa-League-Finale

Teure Tore. Radamel Falcao weckt die Begehrlichkeiten europäischer Topklubs. Tottenham bietet schon 45 Millionen. Foto: dpa
Teure Tore. Radamel Falcao weckt die Begehrlichkeiten europäischer Topklubs. Tottenham bietet schon 45 Millionen. Foto: dpaFoto: dpa

Porto - Am Donnerstagabend hat Radamel Falcao einen Rekord von Jürgen Klinsmann gebrochen. Der Kolumbianer löschte mit seinem 16. Treffer im laufenden Wettbewerb den Uefa-Cup-Torrekord aus, den Klinsmann für Bayern München in der Saison 1995/96 aufgestellt hatte. „Seine Tore sind unglaublich“, sagte Portos Trainer André-Villas Boas bereits vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen den spanischen Tabellenvierten FC Villarreal. Nun erzielte Falcao beim 2:3 (1:1) am Donnerstag das 2:1 in der 48. Minute - und katapultierte den neuen portugiesischen Fußballmeister FC Porto ins Finale der Europa League. Dort trifft der Klub in Sporting Braga auf ein weiteres portugiesisches Team.

Vor allem die Kopfballtreffer des für einen Mittelstürmer kleingewachsenen 1,75-Meter-Mannes sorgen für Erstaunen. Seine Flugkünste hatte Falcao nach seinen vier Treffern beim 5:1-Hinspiel-Erfolg gegen Villareal in Porto ein ums andere Mal erklären müssen. „Mein Papa hat mir das Kopfballspiel beigebracht“ sagte der 25-Jährige, „er war ein toller Abwehrspieler und hat mir gezeigt, wie man es anstellt, um in der Luft zu schweben.“ Die Lehrstunden von Radamel Senior an der Karibik in Falcaos Geburtsstadt Santa Marta haben sich ausgezahlt. Inzwischen jagen immer mehr europäische Topklubs den freundlichen jungen Mann.

Tottenham Hotspur soll vergangene Woche insgesamt 45 Millionen Euro für Falcao und dessen brasilianischen Sturmkollegen Hulk geboten haben. Auch die Medien spielen inzwischen verrückt - nicht nur in Portugal. Die argentinische Sportzeitung „Olé“ nannte Falcao dieser Tage den „kolumbianischen Messi“. Die portugiesische Fachzeitung „O Jogo“ erhob den Stürmer gar zum „König“. Das sind nicht unbedingt Übertreibungen, wenn man Hulk glaubt. Der Mann, der immerhin schon in der brasilianischen Nationalelf gekickt hat, versichert: „Ich hatte noch nie so einen tollen Sturmpartner wie Falcao.“

Die Qualitäten Falcaos erkannten Späher des argentinischen Traditionsklubs River Plate früh. Schon mit 14 Jahren musste Radamel die Koffer packen und ins knapp 6000 Kilometer südlich gelegene Buenos Aires ziehen. Mit River gewann Radamel Falcao García Zárate 2008 die Landesmeisterschaft, zwischen 2005 und 2009 schoss er in 87 Spielen 34 Tore. Von den Fans wurde er dort „El Tigre“, der Tiger getauft. Dass in Argentinien ein Supertalent heranreifte, sprach sich bald auch in Europa herum. Im Sommer 2009 wechselte er schließlich nach Porto.

In Anlehnung an die Hauptvereinsfarbe des FC Porto nennen Medien in Porto Falcao inzwischen den „blauen Torpedo“. Er trägt an den jüngsten Erfolgen des FC Porto einen großen Anteil. Nach dem Rückspiel in Villarreal hat der Champions-League-Sieger der Jahre 1987 und 2004 und Uefa-Cup-Gewinner von 2003 in der Europa League nach 13 Siegen in 16 Spielen eine beeindruckende Torbilanz: 43:16.

Der Vielbejubelte, der nach dem früheren brasilianischen Nationalspieler Falcao genannt wurde, übt sich derweil in Bescheidenheit. Als Phänomen wollte er sich auf jeden Fall nicht bezeichnen lassen. „Nein, nein“, sagt er, „ich stehe noch am Anfang.“ Dieser ist freilich äußerst vielversprechend. dpa

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