1899 Hoffenheim : Nur das Marketing freut sich

1899 Hoffenheim erobert mit dem 2:1 gegen Frankfurt die Tabellenführung - mindestens für einen Tag.

Mannheim - Ralf Rangnick hat sich nur einen kurzen Blick auf die Tabelle gegönnt. Was er dort sah, verführte ihn nicht zu Freudensprüngen. Der Aufsteiger 1899 Hoffenheim steht zwar nach einem 2:1 (0:0)-Heimsieg über Eintracht Frankfurt an der Tabellenspitze der Bundesliga, für ein paar Stunden jedenfalls, doch Rangnick, dem Trainer, ging dabei die Sachlichkeit nicht verloren. „Über die Tabellenführung freuen sich vor allem die Fans und unsere Marketingabteilung. Wir selbst wissen das schon richtig einzuordnen“, sagte er.

Hinter Hoffenheim liegen sieben Spieltage, erst zweimal hat die Mannschaft verloren. In diesem Frühstadium der Saison misst aber Rangnick der Platzierung keine große Bedeutung bei. „Für mich ist wichtig, wie sich die Mannschaft entwickelt“, sagt er und stellt fest: „Da sind wir auf einem guten Weg.“

Dort wären die Frankfurter auch gerne. Bei ihnen aber verschärft sich allmählich die Krise. Die weiterhin sieglosen Hessen sitzen mit drei Punkten unten in der Tabelle fest. Trainer Friedhelm Funkel steht aber nicht zur Disposition. „Für mich ist es natürlich sehr, sehr wichtig, dass im Umfeld Ruhe herrscht. Wir stehen wie eine Wand zusammen“, sagte Funkel.

Vor 26 300 Zuschauern im ausverkauften Carl-Benz-Stadion in Mannheim hatte Demba Ba (47./71.) die beiden Tore für Hoffenheim erzielt. Markus Steinhöfer (66.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Dass der Erfolg den Hoffenheimern gegen eine taktisch gut eingestellte Eintracht nicht leicht fiel, hatte auch Ralf Rangnick gesehen. „Es war ein wackliger und glücklicher Sieg“, sagte der Trainer, „aber das ist mir immer noch lieber als die Lobeshymnen, die wir nach dem Spiel gegen Werder Bremen zu hören bekommen haben.“ Das hatte Hoffenheim 4:5 verloren.

Friedhelm Funkel hatte mit einer veränderten Taktik überrascht, die Hoffenheim zunächst vor Probleme stellte. Aus einer kompakten Defensive heraus setzten die Gäste gleich zu Beginn einige Konter, doch in Strafraumnähe fehlte die nötige Übersicht. Die Gastgeber konnten in der Offensive nicht wie sonst überzeugen und kamen erst gegen Ende der ersten Hälfte besser ins Spiel.

Demba Ba bot sich die größte Chance vor der Pause, doch der Stürmer verlor freistehend das Duell gegen den glänzend reagierenden Eintracht-Torwart Oka Nikolov. Nur 80 Sekunden nach Wiederbeginn machte es Ba besser, als er aus spitzem Winkel zur Führung traf. Das Tor belebte die Partie, denn Frankfurt spielte nun mutiger nach vorne, wodurch sich zwangsläufig Räume für die Hausherren ergaben. Die Frankfurter Eintracht wurde für ihre Bemühungen belohnt, als Steinhöfer eine Flanke von Christoph Spycher zum verdienten Ausgleich einköpfte. Nach der erneuten Hoffenheimer Führung durch Ba drängte die Eintracht noch einmal mit Macht auf den Ausgleich – trotz einiger guter Einschussmöglichkeiten aber vergeblich. dpa

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