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2:0 gegen Leverkusen : Schalke schafft mit Boateng die Wende

Eine gelungene Woche für den FC Schalke 04: Erst die geglückte Qualifikation für die Champions League, dann der Coup am Transfermarkt, jetzt noch ein Sieg gegen Bayer Leverkusen. Leverkusen verpasst dadurch den Sprung an die Tabellenspitze.

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Endlich mal Jubeln: Schalke 04 schafft im vierten Spiel den ersten Saisonsieg.
Endlich mal Jubeln: Schalke 04 schafft im vierten Spiel den ersten Saisonsieg.Foto: dpa

Als der erste Arbeitstag für Kevin-Prince Boateng beendet war, da erhoben sich die rund 61.000 Zuschauer in der Schalker Arena und spendeten Beifall für den Zugang. Der 26-Jährige, der tags zuvor für zwölf Millionen Euro vom AC Mailand geholt worden war, hatte schließlich einen nicht zu unterschätzenden Anteil am 2:0 (1:0) des FC Schalke 04 gegen Bayer Leverkusen. Es war der erste Sieg in der laufenden Bundesligasaison für den Ruhrgebietsklub, der hart erkämpft, am Ende aber verdient war. „Ich bin super-glücklich. Über den Sieg der Mannschaft und auch mit meiner eigenen Leistung“, sagte Boateng, der im offensiven Mittelfeld spielte. Und auch Jens Keller hatte viel Lob für seinen Neuen übrig. „Er war schon sehr gut. Er hat sich viel bewegt und viele Räume in der Defensive geschlossen. Er hat eine wahnsinnige Präsenz auf dem Platz gezeigt. Dafür haben wir ihn ja auch geholt“, sagte der Trainer der Schalker.

Allerdings hatte die Partie wenig verheißungsvoll begonnen. Ein halbe Stunde lang passierte kaum etwas auf dem Spielfeld. Keine der beiden Mannschaften entwickelte wirklich Torgefahr. Doch gleich die erste Tormöglichkeit führte auch zum ersten Treffer. Jefferson Farfan zirkelte einen Freistoß in den Leverkusener Strafstoß und Marco Höger verwandelte per Schulter zur Schalker 1:0-Führung.

Danach wirkten die Gelsenkirchener erleichtert und befreit. Und auch Kevin-Prince Boateng kam nun zunehmend in Fahrt. Zwar hatte der gebürtige Berliner von Beginn an versucht, seiner neuen Mannschaft mit einer selbstbewussten Körpersprache eine andere Haltung als in den enttäuschenden Vorwochen zu vermitteln. Allerdings benötigte Boateng noch ein wenig Eingewöhnungszeit im Zusammenspiel mit seinen neuen Kollegen. „Da hakt es noch ein bisschen, aber das kommt noch“, sagte er. Kurz vor Ende der ersten Hälfte zeigte Boateng dann aber, weshalb Manager Horst Heldt ihn verpflichtet hat. Mit einem energischen Einsatz und einem genauen Pass auf Julian Draxler leitete er eine gute Möglichkeit ein, die zwar am Ende verpuffte. Aber es war der Moment, in dem Boateng in Gelsenkirchen angekommen zu sein schien.

Es war aber nicht nur die Personalie Kevin-Prince Boateng, die dem Schalker Team guttat. Auch der zweite Neuzugang Dennis Aogo deutete an, dass er die Lösung des seit langer Zeit existierenden Problems auf der linken Abwehrseite sein kann. In der Offensive war er bereits für Standardsituationen zuständig, in der Defensive gewann er die Mehrzahl seiner Zweikämpfe. Das hatten die Anhänger, die ihr Team vor allem in der zweiten Hälfte geradezu frenetisch anfeuerten, schon lange nicht mehr erlebt. „Mit den beiden Spielern haben wir gute Griffe getan“, sagte Jens Keller sichtlich zufrieden. Das gesamte Schalker Team wirkte gegen die Leverkusener aggressiver, frischer, lauffreudiger, aber auch mutiger als in den vorangegangen Spielen.

Zwar erhöhte Bayer im zweiten Durchgang den Druck, doch blieb das Team von Sami Hyypiä zu ungefährlich. „Schalke hat das gut gemacht“, urteilte der Finne nach der ersten Saisonniederlage. „Sie haben aggressiv gespielt, deshalb konnten wir nicht gewinnen. Aber natürlich können wir auch ein bisschen besser spielen.“ Und auch Rudi Völler war enttäuscht von der Leistung der Leverkusener Mannschaft. „Der Drive, den wir sonst hatten, hat gefehlt“, sagte Bayers Sportdirektor.

Die Schalker verpassten es allerdings lange Zeit, ihre Führung zu erhöhen. Torhüter Bernd Leno parierte einen Kopfball von Kevin-Prince Boateng, der damit seinen gelungenen Einstand beinahe gekrönt hätte. Sieben Minuten vor dem Ende entschied dann einer seiner Kollegen die Partie. Farfan verwandelte einen Elfmeter, der zuvor an ihm verursacht worden war. Emir Spahic hatte den Peruaner bei einem Konter im Leverkusener Strafraum gelegt. Am Ende brachten die Schalker den Sieg mit viel Einsatz und Leidenschaft über die Zeit. „Die Erleichterung ist riesengroß“, sagte Jens Keller. „Wenn man als Schalke 04 so startet, dann ist der Druck enorm. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“ Wenigstens die nächsten Tage dürften rund um den Klub erst einmal etwas ruhiger als zuletzt werden.


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